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„Bewusstsein verändern“

"Bewusstsein verändern"

Früher hat Tetsuya Mizuguchi bodenständige Videospiele gemacht. "Sega Rally" zum Beispiel. Dann hob er ab – mit Games wie "Space Channel 5", "Rez" und "Lumines". Aber ist der Mann wirklich so durchgeknallt wie seine Spiele? Lest am besten selbst

Erzähl doch mal: Wie bist du eigentlich in die Gamesindustrie gekommen? Schon während meines Studiums – Medienwissenschaften – wollte ich unbedingt etwas in diesem Bereich machen. Und zwar etwas mit internationaler Ausrichtung. Da blieben eigentlich nur Games oder Internet, denn alle alten Medien – Bücher, Filme, Fernsehen und Musik – hatten fast ausschließlich lokalen Einschlag. Eines Tages stand ich dann in einer Spielhalle in Tokio vor diesem riesigen „R360“-Automaten. Dieser Flugsimulator war gigantisch, hatte überall Hydraulik und schaukelte bedrohlich. Ich dachte nur: „Wow, was ist das denn?“ Ich erinnerte mich in diesem Moment an meine erste Videospielerfahrung: wie ich als Siebenjähriger bei einem Freund „Pong“ spielte. Ich fühlte wieder die Begeisterung, die das Bewegen so einfacher Objekte wie der minimalistischen Paddel damals bei mir ausgelöst hatte. Ich schaute auf den Bildschirm des Automaten und dachte: „So weit sind Videospiele also in den letzten Jahren gekommen!“ Das war wie eine Eingebung für mich. Ich interessiere mich sehr für die Zukunft, dafür, wie Dinge sich weiterentwickeln. Der technologische Fortschritt ist für mich eine Gesetzmäßigkeit des menschlichen Daseins. Also stand ich vor diesem Automaten und wusste: „Das wird noch besser.“ Und auch: „Ich will dabei sein.“ Und dann? Und dann habe ich mich bei Sega beworben. Ich hatte das Logo auf dem „R360“-Automaten gesehen, und es hatte sich mir ins Gehirn gebrannt. Ich wollte nicht zu Nintendo, ich wollte nicht zu Namco, ich wollte nur zu Sega. Wie hast du dich beworben? Ich bekam einen Termin beim Geschäftsführer von Sega. Ich erklärte meinen Hintergrund, also mein Studium und meine Vision. Damals wollten viele Junge Leute nichts lieber tun als Videospiele machen. Ich nicht. Ich sagte dem Sega-Chef, dass die Möglichkeiten der Hardware noch nicht ausreichen würden. Ich wollte warten. Ich versicherte ihm, dass schon bald vollkommen neue Technologien auf uns zukommen würden, 3D-Grafik zum Beispiel, oder computeranimierte Filme, Virtual Reality – solche Dinge eben. Durch mein Studium waren sie mir alle geläufig – für den Sega-Geschäftsführer klang das alles total neu. Ich glaube, er hatte das Gefühl, dass ich frischen Wind in den Laden bringen würde, und stellte mich ein. Was hast du denn dann die erste Zeit gemacht, als die Hardware noch nicht gut genug für deine Vorstellungen von Videospielen waren? Ich bekam einen Schreibtisch neben den des Geschäftsführers gestellt, und er nahm mich zu allen Terminen mit. Er fragte mich auch oft, wie ich die Zukunft von Sega sähe. Was die Technologien der Zukunft sein würden. Ansonsten? Ganz ehrlich? Eigentlich gar nichts. Dein erstes eigenes Spiel war „Sega Rally“, ein „normales“ Spiel, verglichen mit deinen anderen Werken wie „Rez“ oder „Space Channel 5“ … „Keine Grenzen“, sage ich immer. Ich interessiere mich nicht für Genres. Ich beobachte den Menschen und seine Bedürfnisse. Und die größte Sehnsucht der Leute in Sachen Games bestand damals darin, in Spielen ein möglichst realistisches Abbild des wirklichen Lebens vorzufinden. Also machte ich mich daran, ein Autospiel zu entwickeln, in dem richtige, realistische Autos vorkamen. Ich ging dann zu Toyota und zu Fiat und fragte, was man tun müsste, um ihre Fahrzeuge überzeugend in ein Videospiel zu integrieren. Das war damals etwas total Neues, das hatte vorher noch nie jemand gemacht. Du hast danach noch ein paar andere Rennspiele entwickelt. Dann kam „Space Channel 5“, ein durchgeknalltes Tanzspiel – und danach hast du nie wieder ein typisches Videospiel gemacht. Ich hatte einfach genug von den so genannten realistischen Games. Kreativität war immer weniger gefragt, stattdessen entwickelte sich die ganze Sache immer mehr zur Ingenieurskunst. Ich aber wollte unterhalten. Du hast dann mit „Space Channel 5“, „Rez“ und „Lumines“ drei Spiele entwickelt, die eine starke Verknüpfung mit elektronischer Musik hatten. Warst du schon immer ein Techno-Fan, oder bist du es erst durch deine Games geworden? Nein, ich habe mich schon lange für elektronische Musik interessiert. Vor allem für Minimal Techno. Du hast für „Rez“ ein paar namhafte Künstler aus dem Bereich der elektronischen Musik gewinnen können. Bist du auf diese Künstler zugegangen, oder war es andersherum? Meine ersten Anläufe, Musiker für dieses Projekt zu gewinnen, scheiterten kläglich. Ich habe das Konzept von „Rez“ bei mehrere Plattenfirmen vorgestellt – keiner verstand es, sie ließen mich alle abblitzen. Zum Glück kannte ich ein paar Leute, die Beziehungen zur Techno-Szene hatten. So kam ich dann mit Ken Ishii in Kontakt, der Rest ergab sich von selbst. Hast du eine Plattensammlung? Nein, gar nicht. Ich bin kein DJ oder so. Ich liebe einfach Musik. Sagt dir der Begriff „Synästhesie“ etwas? Ja, klar, wenn man zwei Sinneswahrnehmungen miteinander koppelt. Bist du ein Synästhetiker? Deine letzten Spiele legen das nahe. Ja, schon. Wenn ich Musik höre, habe ich immer auch Bilder dazu im Kopf und umgekehrt. Mein einprägsamstes Erlebnis in dieser Hinsicht hatte ich in Zürich, auf der Street Parade, einem Techno-Umzug ähnlich der Love Parade. Ich kannte Techno damals noch nicht wirklich und dachte nur: „Mann, was geht denn hier ab?“ Die Leute bewegten sich alle, sie hüpften und sprangen zum Takt der Musik, ohne wirklich zu tanzen. Außerdem wechselte das Licht ständig seine Farbe, abhängig von der Musik. Ich musste an mein Studium denken, daran, was ich über Kandinsky gelernt hatte. Der malte seine Bilder immer in Begleitung von Musik, nie ohne. Er hatte viel über Synästhesie nachgedacht, darüber, wie man verschiedene Sinneswahrnehmungen miteinander verbinden könnte. Ich fand dieses Konzept schon immer spannend. Ein Spiel zu machen, das auf diesem Prinzip beruht, darüber habe ich eine lange Zeit nachgedacht. War „Rez“ dann dieses Spiel? Zum Teil. In „Rez“ steckte aber noch etwas ganz Anderes. Nämlich der Gedanke, dass Menschen ein Grundverständnis für etwas haben, das ich den Beat nenne. Ein Freund von mir war einmal in Afrika und hat dort Folgendes erlebt: Er saß in einer Bar. Irgendwann fing einer der Männer, die in der Bar saßen, an, mit dem Finger auf den Tisch zu trommeln. Dann stimmte ein anderer ein mit Fingerschnippen, dann ein weiterer mit Summen, noch einer fing dann an, leise zu singen, und irgendwann hatte der ganze Laden den Beat aufgegriffen. Hört sich ein bisschen an wie ein Werbefilm. Mag sein, aber ich bin trotzdem der Überzeugung, dass es ein unterbewusstes Grundverständnis für den Beat gibt. Und dieses Verständnis ist vollkommen losgelöst von Herkunft oder musikalischem Geschmack. Wenn ein DJ einen Break spielt nach dem Schema „Dam, Dam, Dam, Dam, Damdamdamdam, Drrrrrrrrrrrrrrrr“, dann werfen alle Leute auf der Tanzfläche ihre Arme in die Luft und kreischen. Warum? Es gibt dafür keinen rationalen Grund. Das ist einfach ein Instinkt. Und diesen Instinkt wollte ich mit „Rez“ kitzeln. Warst du oft auf der Street Parade in Zürich oder nur ein Mal? Nein, ich war drei oder vier Mal da, ich wollte den Eindruck von meinem ersten Besuch bestätigen. Ich musste wissen, ob das eine einmalige Sache war oder immer wieder passieren würde. Hast Du Drogen genommen? (lacht) Also? Nein (lacht wieder, denkt dann lange nach). Das war schon eine besondere Erfahrung. Gehst du noch viel aus? In Clubs? Ab und zu. Aber nicht zum Tanzen. Warum denn dann? Ich weiß nicht. Früher habe ich immer getanzt. Heute unterhalte ich mich lieber mit Leuten. Ich rede gerne mit den jungen Leuten, sie sind eine Inspiration für mich. Du reist sehr viel. Aus Leidenschaft? Oder immer nur, wenn irgendwo Veranstaltungen mit Gamesbezug stattfinden oder du ein Spiel von dir bewerben willst? Nein, Reisen ist wichtig. Denn Reisen bedeutet Veränderung. Und man lernt beim Reisen. Englisch zum Beispiel (lacht). Als ich angefangen habe zu reisen, konnte ich kaum Englisch sprechen. Heute ist es schon ganz gut … aber ich lerne immer noch dazu. Wohin ging denn deine erste Reise? Nach New York. Warum ausgerechnet New York? Das hatte verschiedene Gründe. Der wichtigste war, dass dort ein Freund von mir wohnte, bei dem ich unterkommen konnte. Sonst hätte ich mir als neunzehnjähriger Student den Trip niemals leisten können. Der zweite Grund war Inspiration. Ich studierte Kunst und brauchte ein wenig geistige Nahrung. Neue Einflüsse, neue Eindrücke. New York versprach das alles. Ich habe einen Monat lang nichts anderes gemacht als von morgens bis mitternachts durch die Straßen von Manhattan zu wandern. Irgendetwas Spannendes erlebt? Hmm, ja, an meinem ersten Morgen in New York, ich habe wegen des Jetlags die ganze Nacht kein Auge zugetan und bin durch die Straßen gewandert. Da wehte mir auf einmal der Duft von frischen Donuts in die Nase. Ich ging in den Laden und wollte einen „Whole Wheat“-Donut (einen Vollkorn-Donut, Anm. d. Red.) bestellen. Leider verstand mich der Mann hinter der Theke aufgrund meiner mangelhaften Englischkenntnisse total falsch und gab mir vier Donuts. Vier! Ich war total beschämt, so beschämt, dass ich mich erst gar nicht auf eine Diskussion eingelassen habe. Da hatte ich schon am ersten Tag Heimweh. Das hat dich aber offensichtlich nicht vom Reisen abgehalten. Nein, überhaupt nicht. Ein Jahr später flog ich nach Boston zu einer Fachmesse zum Thema Computergrafik. Ich verstand kaum ein Wort, aber es war quasi meine erste Games-Reise. Wenig später fing ich bei Sega an und überzeugte den Geschäftsführer, dass ich auch in den Folgejahren nach Boston müsste. Schließlich wurde dort über die Zukunft der Games-Grafik doziert, und Zukunft war ja mein Fachgebiet. Und dann? Ja dann ging’s richtig los mit den Reisen. Für „Sega Rally“ sind wir um die halbe Welt gefahren. Mexiko, Death Valley, Monaco, Yosemite National Park und sogar Indonesien. Das war ein Spaß! Hast du irgendeine Ahnung, woher deine Reiselust kommt? Bist du mit deinen Eltern viel gereist? Meine Eltern habe damit eigentlich wenig zu tun. Ich glaube, ich bin allgemein einfach ein neugieriger Mensch. Ich bin immer gespannt darauf, wie Menschen reagieren, wie Dinge sich verändern – und glaub mir, demnächst werden sich einige Dinge verändern. Wenn die Leute erst den Weltraum entdecken können, wird sich ihr Bewusstsein sehr schnell verändern. Äh, was genau meinst du? Na ja, jahrelang war das Reisen in den Weltraum ja ein totales Fantasiegespinst – heute gibt es bereits Weltraumtourismus. Wir haben eine Raumstation im Orbit, die funktioniert. Ich denke, dass sich da in den nächsten Jahren einiges tun wird. Ich bleibe immer wieder an den Aussagen von Astronauten hängen, die auf die Erde zurückkehren. Fast alle berichten von einem Glücksgefühl, einem Gefühl inneren Friedens, das sie im Weltraum erlangt haben. Letzten Endes gründet sich doch unser Bewusstsein auf der Perspektive, die wir auf Dinge haben. Und das Weltall ermöglicht nun mal einen ganz neuen Blickwinkel auf unsere irdischen Probleme. Diesen unseren Planeten aus dem Weltraum zu sehen, totale Dunkelheit zu erleben, Schwerelosigkeit – das wird Menschen grund- legend verändern. Interessierst du dich für Raumfahrt, Roboter und so ein Zeugs? Ich bin überhaupt kein Technikfreak und auch kein Fan von Science-Fiction. Ich bin kein Trekkie. Ich bin einfach ein Fan des Menschen. Seines Bewusstseins, seiner Wünsche, seiner Träume. Ich interessiere mich dafür, wie wir uns weiterentwickeln. Welche Rolle die Unterhaltungsindustrie dabei spielt, um mal wieder ein bisschen auf den Boden zurückzukommen (lacht). Ich träume von einer glücklichen Zukunft. Mal eine ganz andere Frage: Wie viele Tage des Jahres verbringst du eigentlich in Tokio? Ungefähr 200. Den Rest im Ausland. Von den 165 Tagen im Jahr, die du reist, wie viele Tage bist du davon geschäftlich unterwegs? Schwer zu sagen. Meistens schon eher geschäftlich. Trotzdem bin ich auch sehr auf meinen Spaß aus. Deswegen habe ich eine Faustregel: bei jeder Geschäftsreise mindestens 24 Stunden für mich. Wann immer ich zum Beispiel nach Hongkong fahre, setze ich nach Okinawa über, gehe an den Strand und betrachte die Sterne. Hast du eigentlich eine Familie? Ja, ich habe eine Frau und zwei Söhne. Wie alt sind deine Söhne? Acht und zwölf. Finden sie cool, dass du Spiele entwickelst? Ich denke schon. Aber die Spiele, die ich mache, interessieren sie nicht so. Spielst du Videospiele mit deinen Söhnen? Eher nicht. Wenn ich mit ihnen spiele, dann Baseball oder irgendetwas anderes draußen. Ich weiß auch nicht genau warum. Ich denke, dass es nicht so gut ist, wenn sie zu viel videospielen. Wenn man dir so zuhört, würde man gar nicht vermuten, dass du ein ganz normales Familienleben führst. Was sagt denn deine Frau dazu, dass du so viel unterwegs bist? Meine Frau sagt immer: „Mach das, wofür du brennst.“ Sie ist wirklich toll. Aber wir kennen uns auch schon seit der Schulzeit, sie hatte also Zeit, sich daran zu gewöhnen. Wie kann man sich deinen typischen Tag in Tokio vorstellen? Im Büro? Zum Beispiel. Reden, Blogs schreiben, über die Zukunft nachdenken. Interview: Michail Hengstenberg, Fotos: Benne Ochs
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von Nils / November 10th, 2006 / 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. War das Release von REZ nicht November 2001? Wie kommt ihr jetzt auf eine 10 Jahre REZ Geschichte?