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„Toplevel“. Eine Skizze

Der Autor, Science-Fiction-Kritiker und Herausgeber Michael Iwoleit skizziert für uns die Welt seines noch nicht ganz fertiggestellten Romans „Toplevel". Sechs komplette Erzählungen über die Zukunft der Videospiele, geschrieben von sechs deutschsprachigen Science-Fiction-Autoren, findet ihr in der neuen Ausgabe des GEE Magazins, die am kommenden Montag erscheint.

„Toplevel", von Michael Iwoleit

Es ist ein minimaler Eingriff. Auf beiden Seiten ein kleiner Schnitt in die Hornhaut und ein Mikromonitor, der dir unter die Linse geschoben wird. Dazu die beiden WLAN-Module, die dir, ganz unauffällig, als rosige Punkte an den Schläfen haften. Die Implantation wird ambulant durchgeführt und verheilt nach wenigen Tagen. Selten gibt es größere Komplikationen als leichte Rötungen, Bindehautreizungen oder einen vorübergehend etwas verschwommenen Blick. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zu den Möglichkeiten, die der Eingriff dir eröffnet. Im Standby-Modus sind die Mikromonitore transparent. Sie stören nicht, und du nimmst deine Umgebung so wahr wie immer. Eine leichte Berührung an der Schläfe aber genügt, um das Startmenü einzublenden und ins Spiel einzusteigen. Beim ersten Einloggen bist du vielleicht enttäuscht. Anfangs, auf den unteren Leveln, sind es nur wenige Objekte deiner Umwelt, die die Mikromonitore durch künstlich generierte Bilder überlagern. Es kann sein, daß dir ein U-Bahn-Tunnel auf einmal wie der Eingang in eine labyrinthische Höhllenwelt erscheint. Ein Supermarkt könnte sich vor deinen Augen in einen archaischen, von Fackeln durchleuchteten Tempel verwandeln. Und natürlich entdeckst du die anderen Spieler. Die Alltagsidentität hat im Spiel keine Bedeutung. Jeder Spieler erscheint seinen Mitspielern in der Gestalt und mit den Fähigkeiten, die er für seinen Einstiegskredit erworben hat. Der Arbeitskollege, der im Großraumbüro zwei Plätze weiter sitzt, ist auf einmal ein muskülöser Hüne mit starrem Gesicht. Das unscheinbare Mädchen an der Kinokasse hat sich in eine leichtgeschürzte, rothaarige Schönheit verwandelt. Der Zeitschriftenhändler an der Ecke wird zu einem faltigen, weißhaarigen Schamanen. Einer der anderen Spieler hält die Hinweise bereit, die du brauchst, um den nächsten Level zu erreichen. Sprich mit ihnen, finde die passenden Worte, erprobe deinen Scharfsinn. Erkunde deine Stadt, und wenn du die Hinweise richtig zu deuten weißt, findest du in einem leeren Haus oder am Ende einer düsteren Gasse das Magische Tor, den Durchstieg auf die nächste Ebene. Mit jedem Level wird das Spiel reicher und komplexer, dein Aktionsradius und die Zahl deiner Freunde und Feinde größer. Mit jedem gelösten Rätsel entfernst du dich weiter von dem langweiligen Leben, das du vorher geführt hast. Nach einigen Monaten bist du beinahe ständig eingeloggt. Du hast die Kunst vervollkommnet, in zwei Wirklichkeiten zugleich zu leben. Die graue, trostlose Welt deines Einzimmer-Apartments, deines mies bezahlten Buchhalterjobs, deine kleinen, spießigen Freundeskreises wickelst du nebenbei ab, mit gerade so viel Aufmerksamkeit, daß niemand etwas bemerkt. Das eigentliche Leben findet im Spiel statt. Du hast zahlreiche Abenteuer bestanden und stehst kurz vor dem höchsten Ziel jedes Spielers. Die Mikromonitore haben einen Großteil deiner Umgebung mit den Landschaften und Gestalten einer Phantasiewelt überlagert. Du stehst mit einem der leistungsfähigsten Computer-Grids der Welt in Verbindung, und die Illusion ist vollkommen bis ins letzte Detail. Was für Außenstehende so aussah, als hättest du einen Freund zum Spaß die Wendeltreppe des Fernsehturms hinaufgejagt, war für euch ein Duell auf dem höchsten Turm der Zitadelle. Was für Nichtspieler wie das alltägliche Gedränge in einer Fußgängezone erschien, war aus Sicht des Spiels der Aufmarsch einer Armee. Was Außenstehenden wie das ziellose Herumstreunen zwischen den Regalen der Stadtbücherei erscheint, ist aus deiner Sicht die Suche nach einem Manuskript in den Gewölben einer geheimen Bibliothek, die Suche nach der Formel, die dir das letzte Magische Tor öffnen wird. Hier nun ist dein ganzer Verstand gefordert. Hier mußt du alles einsetzen, was du über die Welt des Spiels gelermt hast. Niemand weiß, ob je ein Spieler den Toplevel, die höchste Ebene des Spiels, erreicht hat. Du hast Angst vor dieser letzten Prüfung, der Entscheidung zwischen Hölle und Paradies, zwischen dem Rückfall auf die tiefste Ebene und dem Aufstieg in den Olymp. Das Risiko ist hoch, doch der Preis ist es wert: Auf dem Toplevel, erzählt man, herrscht die Welt des Spiels vollkommen. Dort ist die gesamte sogenannte Wirklichkeit verschwunden. Dort fügt sich alles nach deinen Wünschen. Du mußt es nur wollen. Versuch es. Copyright (C) by Michael Iwoleit

„Toplevel“, von Michael Iwoleit

Es ist ein minimaler Eingriff. Auf beiden Seiten ein kleiner Schnitt in die Hornhaut und ein Mikromonitor, der dir unter die Linse geschoben wird. Dazu die beiden WLAN-Module, die dir, ganz unauffällig, als rosige Punkte an den Schläfen haften. Die Implantation wird ambulant durchgeführt und verheilt nach wenigen Tagen. Selten gibt es größere Komplikationen als leichte Rötungen, Bindehautreizungen oder einen vorübergehend etwas verschwommenen Blick. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zu den Möglichkeiten, die der Eingriff dir eröffnet.

Im Standby-Modus sind die Mikromonitore transparent. Sie stören nicht, und du nimmst deine Umgebung so wahr wie immer. Eine leichte Berührung an der Schläfe aber genügt, um das Startmenü einzublenden und ins Spiel einzusteigen. Beim ersten Einloggen bist du vielleicht enttäuscht. Anfangs, auf den unteren Leveln, sind es nur wenige Objekte deiner Umwelt, die die Mikromonitore durch künstlich generierte Bilder überlagern. Es kann sein, daß dir ein U-Bahn-Tunnel auf einmal wie der Eingang in eine labyrinthische Höhllenwelt erscheint. Ein Supermarkt könnte sich vor deinen Augen in einen archaischen, von Fackeln durchleuchteten Tempel verwandeln. Und natürlich entdeckst du die anderen Spieler. Die Alltagsidentität hat im Spiel keine Bedeutung. Jeder Spieler erscheint seinen Mitspielern in der Gestalt und mit den Fähigkeiten, die er für seinen Einstiegskredit erworben hat. Der Arbeitskollege, der im Großraumbüro zwei Plätze weiter sitzt, ist auf einmal ein muskülöser Hüne mit starrem Gesicht. Das unscheinbare Mädchen an der Kinokasse hat sich in eine leichtgeschürzte, rothaarige Schönheit verwandelt. Der Zeitschriftenhändler an der Ecke wird zu einem faltigen, weißhaarigen Schamanen. Einer der anderen Spieler hält die Hinweise bereit, die du brauchst, um den nächsten Level zu erreichen. Sprich mit ihnen, finde die passenden Worte, erprobe deinen Scharfsinn. Erkunde deine Stadt, und wenn du die Hinweise richtig zu deuten weißt, findest du in einem leeren Haus oder am Ende einer düsteren Gasse das Magische Tor, den Durchstieg auf die nächste Ebene.

Mit jedem Level wird das Spiel reicher und komplexer, dein Aktionsradius und die Zahl deiner Freunde und Feinde größer. Mit jedem gelösten Rätsel entfernst du dich weiter von dem langweiligen Leben, das du vorher geführt hast. Nach einigen Monaten bist du beinahe ständig eingeloggt. Du hast die Kunst vervollkommnet, in zwei Wirklichkeiten zugleich zu leben. Die graue, trostlose Welt deines Einzimmer-Apartments, deines mies bezahlten Buchhalterjobs, deine kleinen, spießigen Freundeskreises wickelst du nebenbei ab, mit gerade so viel Aufmerksamkeit, daß niemand etwas bemerkt. Das eigentliche Leben findet im Spiel statt. Du hast zahlreiche Abenteuer bestanden und stehst kurz vor dem höchsten Ziel jedes Spielers. Die Mikromonitore haben einen Großteil deiner Umgebung mit den Landschaften und Gestalten einer Phantasiewelt überlagert. Du stehst mit einem der leistungsfähigsten Computer-Grids der Welt in Verbindung, und die Illusion ist vollkommen bis ins letzte Detail. Was für Außenstehende so aussah, als hättest du einen Freund zum Spaß die Wendeltreppe des Fernsehturms hinaufgejagt, war für euch ein Duell auf dem höchsten Turm der Zitadelle. Was für Nichtspieler wie das alltägliche Gedränge in einer Fußgängezone erschien, war aus Sicht des Spiels der Aufmarsch einer Armee. Was Außenstehenden wie das ziellose Herumstreunen zwischen den Regalen der Stadtbücherei erscheint, ist aus deiner Sicht die Suche nach einem Manuskript in den Gewölben einer geheimen Bibliothek, die Suche nach der Formel, die dir das letzte Magische Tor öffnen wird.

Hier nun ist dein ganzer Verstand gefordert. Hier mußt du alles einsetzen, was du über die Welt des Spiels gelermt hast. Niemand weiß, ob je ein Spieler den Toplevel, die höchste Ebene des Spiels, erreicht hat. Du hast Angst vor dieser letzten Prüfung, der Entscheidung zwischen Hölle und Paradies, zwischen dem Rückfall auf die tiefste Ebene und dem Aufstieg in den Olymp. Das Risiko ist hoch, doch der Preis ist es wert: Auf dem Toplevel, erzählt man, herrscht die Welt des Spiels vollkommen. Dort ist die gesamte sogenannte Wirklichkeit verschwunden. Dort fügt sich alles nach deinen Wünschen. Du mußt es nur wollen. Versuch es.

Copyright (C) by Michael Iwoleit

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von Tim / August 19th, 2009 /

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