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Ein Traum von einer Party

Ein Traum von einer Party

Zwei Mal im Jahr findet im schwedischen Jönköping die Dreamhack statt, das größte digitale Festival der Welt – mit renommierten Clans, Bands und Computerkünstlern. GEE war drei Tage und Nächte dabei Um sechs Uhr früh kommen die Möwen. Wenn die Bewohner Jönköpings noch schlafen, jagen sie im Tiefflug durch die engen Gassen der Stadt. Jeden Morgen haben sie den Ort im Nordwes-ten der schwedischen Provinz Småland für sich allein – heute jedoch haben sie Konkurrenz. Denn keine drei Kilometer entfernt sammelt sich gerade auf dem Messegelände Elmia ein riesiger Schwarm Paradiesvögel: rund 20000 Geeks, die Teilnehmer der Dreamhack, des größten digitalen Festivals der Welt. Schon zu dieser Zeit ist die Schlange am Haupteingang gewaltig. Kinder und Jugendliche schieben ihre Rechner und Monitore auf Schreibtischstühlen in Richtung der Glastüren. Es ist kalt, es regnet, ein ungemütlicher Wind weht durch den grauen schwedischen Novembertag. Die Besucher stört das nicht, im Gegenteil: Geduldig und voll Vorfreude warten sie auf den Einlass. Drinnen begrüßt sie die sterile Atmosphäre eines gewöhnlichen Messeflurs – einzig eine überdimensionale Spider-Man-Figur lässt erahnen, was später auf den mehr als 50000 Quadratmetern der Hallen passieren wird. Anfang der neunziger Jahre ist die Dreamhack als kleine Demoparty im Keller einer Grundschule gestartet. Heute sind solche Demos – kurze, mit Musik unterlegte Animationen – fast gänzlich in den Hintergrund gerückt. Inzwischen geht es um viel mehr: Um die Faszination, mit Gleichgesinnten „Call Of Duty“, „Quake“, „Street Fighter“ oder „World Of Warcraft“ zu zocken. Um hochdotierte E-Sport-Wettbewerbe mit Clans wie „D-Link PGS“, „Serious Gaming“ oder „MeetYourMakers“. Um Konzerte, Kino und die neuesten Trends in der Spielebranche. Vor allem aber geht es um drei Tage und Nächte, in denen niemand hier von Hausaufgaben, nervenden Schwestern oder stressigen Jobs abgelenkt wird. Eine Rolltreppe führt hinab in das Dorado der Gamer: Tausende Videospieler sitzen in endlosen Reihen an aus Paletten gezimmerten Tischen, auf einer Leinwand laufen Spieletrailer und Videos in Dauerrotation, überall stehen Konsolen, Tischtennisplatten und Retro-Automaten, es gibt sogar einen Friseur. Es riecht nach Red Bull und Kaffee, Alkohol ist strengstens verboten. Als plötzlich die ersten Töne der „Tetris“-Melodie im Techno-Remix durch die Lautsprecher dröhnen, bricht fast die ganze Halle in Jubel aus. Ingrid Larsson jubelt nicht mit. Die 69-Jährige begleitet ihren Enkel Teo, 14, und seinen gleichaltrigen Freund Philipp zur Dreamhack. Sie stellt einen Monitor auf den Tisch und wirft einen kritischen Blick auf das Gewusel. „Es ist riesig. So viele Spieler und so laut“, sagt sie irritiert. Sie findet das zwar interessant, aber sie würde niemals auf die Idee kommen, selbst zu spielen: „Ich lese lieber ein Buch, arbeite im Garten oder gehe spazieren.“ Der überwiegende Teil der Besucher indes sieht das Festivalgelände in den kommenden Tagen nur selten von außen. Zum Schlafen gibt es eigene Be-reiche, in denen Luftmatratzen, Klappbetten und Isomatten dicht gedrängt nebeneinander liegen. Adam Lundahl und Richard Gelinek aus Göteborg hatten für so einen Luxus keinen Platz: „Wir mussten Computer, Monitore und den ganzen Kram schleppen. Deshalb legen wir uns einfach irgendwo auf den Boden“, sagt Adam. Die beiden 15- und 16-Jährigen haben es sich zum Abendessen mit Tiefkühl-Lasagne und -Steak gemütlich gemacht, die sie zuvor in eine der 35 Mikrowellen geschoben hatten. Obwohl es gerade mal 14 Uhr ist, geht es gleich in den Schlafsack. „Die Dreamhack macht nur Spaß, wenn man genug schläft“, sagt Adam. „Die meisten interessanten Sachen laufen in der Nacht, von abends um elf Uhr bis morgens um sechs“, erklärt Richard, „deshalb schlafen wir mittags acht oder neun Stunden.“

Auf in den Kampf

Erst wenn die Bands gegen Mitternacht ihre Sets auf der Hauptbühne beendet haben, beginnt die Nacht der Skurrilitäten. Neben den klassischen „Quake“- oder „Counter-Strike“-Contests sind es hauptsächlich die abseitigen Wettbewerbe, auf die sich die Spieler freuen. Wer etwa als erstes seine Tastatur kaputt gespielt hat, gewinnt ein T-Shirt. Das zieht immer. Ein Schlagzeuger, der virtuos zu bekannten Videospielmelodien trommelt? Egal. Eine Rockband, deren weibliche Mitglieder in Latexleggings um die Wette pogen? Interessiert hier keinen. Erst, wenn es etwas zu gewinnen gibt, rast die Menge zur Bühne. Sie tobt, wirft die Arme in die Luft und kämpft selbst um die wertlosesten Devotionalien, die vom Moderator ins Getümmel geworfen werden. Wer leer ausgeht, kann sich auf der Dreamhack-Expo, einer an die Veranstaltung angegliederten Messe, mit der neuesten Hard- und Software versorgen. Dutzende Stände buhlen hier um die Aufmerksamkeit der jungen Gäste: Das schwedische Telekommunikationsunternehmen Telia bietet eine Entspannungszone mit Strandliegen, Sitzsäcken und aktuellen Kinofilmen, Gaming-Equipment-Hersteller Razer hat eine eigene Bühne aufgebaut, um seine neue 5600-dpi-Laser-Maus „Imperator“ zu bewerben, und überträgt den Trubel per Livestream ins Internet. Die schwedische Armee versucht den Kampf um Aufmerksamkeit mit einem echten Panzer für sich zu entscheiden, während Hardwareproduzent MSI seine Game-Wettkämpfe stilgerecht in einem Boxring stattfinden lässt. Die 19-jährige Mia schaut derweil lieber einen Horrorfilm, als sich virtuell oder real zu kloppen. Sie sitzt in Halle A vor ihrem Bildschirm, ist zum achten Mal auf der Dreamhack und braucht gerade eine Pause von „World Of Warcraft“. „Man kann ja nicht immer nur spielen“, sagt sie, setzt ihre Kopfhörer auf und widmet sich gemeinsam mit ihrer Freundin dem Film „Saw 6“. Überhaupt sind erstaunlich viele Frauen und Mädchen auf dem Gelände unterwegs. David Garpenståhl, Veranstalter und CEO der Dreamhack, spricht von 15 Prozent der Teilnehmer, das wären rund 3000 Besucherinnen. „Immer mehr Frauen kommen her und sehen, dass es okay ist, auch als Frau ein Nerd zu sein“, sagt er. Für ihn ist die Dreamhack allerdings viel mehr als ein Nerd-Treffen, am liebsten spricht er von „Mainstream-Kultur“: „Die Dreamhack ist in-zwischen ein Megaevent mit Konzerten, E-Sport-Wettbewerben und mit Besuchern aus 40 Ländern.“ Wie seine Veranstaltung ist auch der 40-Jährige mit Videospielen groß geworden. Wie weit die Dreamhack noch wachsen kann? „Wir sind bereits das größte digitale Festival der Welt“, sagt er, „dieses Mal haben wir wohl den Weltrekord von 10544 Computern gebrochen. Aber wir hatten bisher noch keine Bands wie Metallica in Jönköping. Deshalb kann ich leider nicht behaupten, dass wir auch das größte Rockkonzert sind. Das ist mein Ziel: Metallica auf der Dreamhack.“ Marco Schäfer* würde gerade auch gerne laut werden. Er ärgert sich mit der Technik herum. Drei Monitore und einen Rechner hat er in wenigen Minuten verkabelt, doch jetzt macht ihm sein Server Probleme. Der 21-Jährige ist zum dreizehnten Mal hier, und er kommt inzwischen nicht mehr nur zum Spielen auf die Dreamhack – er will tauschen. Rund 70 Terabyte an Spielen, Filmen, Programmen und Musik lagern auf seinem Server, die er alten – und über die zahlreichen Chatkanäle – auch neuen Freunden anbieten will. Angst, dafür hinter schwedischen Gardinen zu landen, hat er nicht: „Die illegale Szene hier ist groß, und sie ist nicht zu stoppen“, sagt Schäfer, „wie in Deutschland benötigt man hier einen Richter, der eine Online-Durchsuchung des PCs erlauben muss. Dafür brauchen sie vier Tage“, sagt er – „das schaffen sie also nie bis zum Ende der Veranstaltung.“ Schäfers Server läuft jetzt. Endlich beginnt auch für ihn die diesjährige Dreamhack. Für den Aufbau der Technik und der insgesamt fünf Quadratkilometer Tische haben die Organisatoren der Veranstaltung zusätzlich zu den insgesamt rund 800 meist ehrenamtlichen Helfern noch 200 Pfadfinder verpflichtet, die als Lohn leere Flaschen sammeln und den Pfand behalten dürfen. Wie man es schafft, 1000 junge Leute dazu zu bringen, drei Tage am Stück acht Stunden täglich fast oder sogar komplett ohne Bezahlung zu arbeiten, ist für Garpenståhl keine Frage: „Teil der Dreamhack-Crew zu sein ist eine Lebenshaltung. Viele sind bereits seit zehn Jahren dabei. Bei den Technikern haben wir einige der besten Experten aus ganz Schweden, die wir uns nie leisten könnten.“ Wie hart es für ihn selbst ist, drei Tage und Nächte lang den Überblick und die Zügel in der Hand zu behalten, davon berichten seine Augenringe.

Standortvorteil Nerd

Die Dreamhack ist nicht nur für Garpenståhl und die Gamer ein großes Ding, sondern auch für die Stadt Jönköping. Zwar bekommen viele ihrer Einwohner vom Einmarsch der Videospieler gar nichts oder nur über die Zeitung mit – doch Emil Danielsson, der Marketing-Direktor des Ortes, freut sich dennoch über den geschlossenen Kosmos in seinem Industriegebiet: „Die Dreamhack ist sehr wichtig für uns, denn sie bringt Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren hierher. Sie gibt der Stadt einen modernen -Anstrich. Das bringt uns Vorteile gegenüber Stockholm und Göteborg.“ Auch Henric Fransson, der Manager des Innenstadthotels „Savoy“, freut sich über den Ansturm, obwohl er die Faszination der Dreamhack nicht nachvollziehen kann. „Ich verstehe diese Kultur nicht“, sagt er und grinst. Er hat gut lachen. Schließlich kann seine Herberge während der Veranstaltung statt der sonst üblichen 40 Prozent eine hundertprozentige Auslastung vorweisen. Sein Hotel ist voll – allerdings nicht mit Spielern, sondern ausschließlich mit deren Eltern. Die Teilnehmer der Dreamhack bleiben lieber in ihrer eigenen Welt. Erst am Sonntagmorgen, nach dem Ende des Festivals, ist auch im Zentrum von Jönköping etwas von der Dreamhack zu spüren: Am Busbahnhof liegen einige Jugendliche schlafend auf den Bänken, neben ihnen stehen ihre Computer und Monitore. Etwas weiter hinten sitzt eine ältere Frau, vertieft in ein Buch. Wenn es nach Marco Schäfer ginge, könnte man an ihr den Unterschied zu einem Dreamhack-Besucher festmachen: „Man kann zu jedem Spieler hinge-hen und ihn fragen, was er spielt“, sagt er – „und man kommt sofort ins Gespräch. Im echten Leben funktioniert das nicht. Man geht nicht einfach zu irgendjemandem, der ein Buch liest, und fragt, was das für eines ist. Die Dreamhack ist eine Gemeinschaft. Hier ist jeder dein Freund.“ Zumindest für drei lange Tage und Nächte.
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von Chris Rotllan / Januar 26th, 2010 /

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