Gelbfieber
Der Tag danach, Game, Retro
Kurz vor dem Wochenende springen wir schnell noch auf den „Pac-Man hat Geburtstag”-Zug auf. Am 22. Mai vor 30 Jahren wurde der erste Automat mit dem gelben Nimmersatt in Japan aufgestellt. Um das Jubiläum angemessen zu zelebrieren, hatte Google sein normales Startseiten-Logo kürzlich gegen ein spielbares Pac-Man-Labyrinth in der Form des Google-Schriftzugs getauscht. In den 48 Stunden, in denen das Spiel auf der Startseite zu sehen war, haben Menschen auf der ganzen Welt zusammengerechnet knapp 5 Millionen Stunden mit der Spielerei verbracht. Wem das nicht reicht, oder wer das alles verpasst hat, findet das Spiel nun ständig unter www.google.com/pacman/.
Strippenzieher
Kunst, Veranstaltung
Der größte Reiz von Videospielen liegt in ihrer Interaktivität begründet. Spieler erleben nicht nur die Geschichte eines anderen, sie gestalten sie durch ihre virtuellen Handlungen selbst - im Gegensatz zur passiven Rezeption klassischer Unterhaltungsformen wie dem Theater. Das war jedenfalls bis jetzt so, denn die Produktion „Best Before / Rimini Protokoll“, die an diesem Wochenende Europapremiere im Hebbel am Ufer-Theater in Berlin feiert, vermischt die beiden Erzählformen.
Jeder der 200 Zuschauer ist mit einem Kontroller ausgestattet, der einen Avatar über die Leinwand auf der Bühne steuert. Die Aktionen des Publikums nehmen dabei Einfluss auf die Geschichte der Videospielwelt „Bestland”. Die Zuschauer entscheiden über gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen ihrer virtuellen Zivilisation, oder hopsen mit ihren kugelrunden Avataren einfach nur in die Luft. Begleitet wird die Mischung aus Lebenssimulation und Improvisationstheater von Experten wie der kanadischen Programmiererin Brady Marks, die auf der Bühne auf die Vorgaben des Publikums reagieren. Abgefahren und garantiert jeden Abend anders.
Die Aufführungen finden vom 14. bis 16. Mai im HAU an der Stresemannstraße in Berlin statt. Karten und weitere Informationen gibt es hier.
Ein Triumph!
Game, Netz
Zur feierlichen Einweihung der Downloadplattform Steam für Apple Macintosh-Computer hat man beim Independent-Studio Valve die Spendierhosen angezogen. Den First-Person-Puzzler „Portal” – schlichtweg eines der besten Spiele aller Zeiten – kann man sich bis zum 24. Mai kostenlos für Mac und PC herunterladen.
Und zwar hier.
Hi-Endklänge
Game, Musik
Die Musik-Untermalung von Bethesdas „Fallout 3” ist zu pompös geraten. In einem Fantasy-Game wie „Oblivion” mögen orchestrale Klänge im Stil großer Hollywood-Filme angebracht sein, in einem Endzeitrollenspiel sind sie es nicht. Das hat auch der Komponist Mark Morgan begriffen, der Ende der neunziger Jahre den Soundtrack zu „Fallout” und „Fallout 2” komponierte.
Seine Musik verleiht den Orten des Ödlands Persönlichkeit. Tribal- und Ambientklänge untermalen die Reise zu Siedlungen und Verbrecherlagern im radioaktiv verseuchten Wüstensand. An technologisch geprägte Stätten wie den Vaults und Militärbasen erklingen Industrial-Sounds. Das Knarzen statischer Entladungen und indigene Gesänge brechen immer wieder in die Stücke ein und verdeutlichen den Fall einer hochtechnologisierten Welt zurück in die Stammeskultur. Der Wechsel zwischen kraftvollen Passagen und minimalistisch gesetzten Geräuschfetzen lässt die Beklemmung der zerstörten Welt fühlbar werden. Kurzum: Mark Morgans Score zur „Fallout”-Reihe ist ein Meisterwerk der Videospiel-Musik.
Nun hat der Komponist den Soundtrack der ersten beiden „Fallout”-Titel neu gemastert und hier in bester Qualität zum freien Download gestellt.
Unser Tipp: Die Musik auf die Festplatte eurer Konsole ziehen und bei der nächsten Partie „Fallout 3” abspielen.
Feuer und Flamme
Video
Knapp drei Minuten. 198 Sekunden. So lange dauern in der Regel zwei Kampfrunden in einem Spiel der „Street Fighter”-Serie. So lang ist auch der Kurzfilm „Street Fighter Legacy” von Joey Ansah und Anthony Wayne. Der Clip kombiniert filigrane Bewegung (Ansah war als Choreograf für die Kämpfe in „Das Bourne Ultimatum” verantwortlich) und akurat eingesetzte filmische Mittel wie Zeitlupen, Close-ups und Totalen. „Street Fighter Legacy” hat seinen mauen Hollywood-Konkurrenten aber nicht nur visuell etwas voraus. Er zwängt den Schlagabtausch nicht in ein künstliches Handlungskorsett wie die Machwerke mit Jean-Claude van Damme und Michael Clarke Duncan. Der Dialog in „Legacy” besteht hauptsächlich aus dem einzigen Wort, das in „Street Fighter” Bedeutung hat:
„Hadouken”
Heilig’s Blechle
Game, Retro
Im letzten Jahr feierte die Marke „BattleTech” ihren 25. Geburtstag. Im „BattleTech”-Universum werden Kriege mit riesigen Kampfmaschinen ausgetragen, den sogenannten „BattleMechs”. Neben den Brett- und Kartenspielen zur Serie wurden auch eine Reihe von Computerspielen veröffentlicht - die Bekanntesten von ihnen unter dem Namen „Mechwarrior”. In ihnen liefern sich Spieler Schlachten in selbst gestalteten Kampfrobotern, die mit Waffensystemen wie Lasern und Raketenwerfern ausgestattet werden. Damit gilt es, die gegnerische Maschinen und ihre Piloten auszuschalten. Besonders im Multiplayer-Modus ist „Mechwarrior” ein hartes Brett, das eine Menge Strategie erfordert, um dem Gegenspieler auf’s mechanische Kreuz zu legen.
Etwas verspätet gibt es zum Jubiläum jetzt die Möglichkeit einen Serienklassiker umsonst zu erleben. „Mechwarrior 4” steht hier zum kostenlosen Download bereit. Ein dickes Dankeschön an Rechteinhaber Microsoft und Studio Mektek, das den Titel von 2000 für neue Rechner auf Kurs gebracht hat.
Ab ins Cockpit!












