Alles aus dem September, 2010

Solipskier

Was würde passieren, wenn man Skirennen, Skisprung und Freestyle kombinieren würde? Auf jeden Fall etwas ziemlich Gefährliches. Nicht umsonst prangt am Ende einer Runde 
„Solipskier“ neben der Auswertung der Hinweis „Selbstmord schmerzt“. Ihrem Anspruch, ein Spiel mit hohem Tempo zu entwerfen, sind Mike Boxleiter und Greg Wohlwend aus Iowa jedenfalls gerecht geworden: Während wir einem Skifahrer bei 
voller Fahrt die Piste vor die Füße malen, müssen wir ihn Tore passieren lassen und zu waghalsigen Sprüngen verleiten, bis er seine Kopfhörer verliert und statt Gitarrenriffs nur noch das Rauschen des Windes zu 
hören ist.
von Oliver / September 30th, 2010 / 14 Kommentare

Gameburtstag

Heute vor 15 Jahren erschien die PlayStation in Deutschland. Im Rahmen der Recherche zum Essay „Feier frei“ in der aktuellen Ausgabe des GEE Magazins hörte sich unser Autor Oliver Uschmann unter Fans, Lesern und Laien um, welche Fragen zu Sonys erster Konsole sie unbedingt einmal geklärt haben wollen. Die Antworten erarbeitete Uschmann gemeinsam mit Videospiele-Analyst Winnie Forster von GAMEplan. Sie werden fortan an dieser Stelle in einer dreiteiligen Serie veröffentlicht. Folge zwei kommt am nächsten Montag. „Wie kam Sony überhaupt auf die Idee, in den Spielemarkt einzusteigen?“ Sony war schon drin, der Konzern fiel nur nicht auf. Er war ein Gigant in der Audio-, Video, HiFi-, Musik- und Filmindustrie, und das dominierte sein Image. Sony entwickelte unter der Leitung des späteren PlayStation-Erfinders Ken Kutaragi den Soundchip für das Super Nintendo und arbeitete Anfang der 90er daran, dem japanischen Marktführer ein CD-ROM für seine 16-Bit-Konsole zu entwickeln. Harte Knebelverträge und eine heimliche gleichzeitige Auftragsvergabe an Philips bewegen Sony dazu, alle Verbindungen zu Nintendo abzubrechen und eine eigene CD-Konsole zu entwerfen. Nintendo lässt alle CD-Pläne fallen und konzentriert auch sein N64 später noch auf Module. „War die PlayStation die erste Konsole mit CD-ROM als Medium?“ Nein, aber die erste, die es verstand, das Medium sinnvoll zu nutzen. Die PC-Engine von NEC surrte schon ab 1988 auch mit CDs, war aber nur in Japan ein Bestseller. Das Gerät stand technisch zwischen der 8- und 16-Bit-Ära und hatte eine exzellente Spiele-Bibliothek vor allem im Bereich Jump’n’Run, Shooter und Beat’em Up zu bieten, aber eben alles noch Sprite-basiert. Sega, Atari und SNK scheiterten mit ihren CD-Erweiterungen für Mega Drive, Jaguar und Neo Geo. Bei Commodores Amiga CD32 kann man nicht mal mehr von Scheitern, sondern eher von einem Erdrutsch sprechen. Philips versucht mit dem CDi und Electronic Arts-Gründer Trip Hawkins mit dem 3DO interaktive Multiplayer-Geräte zu bauen, die sich nicht durchsetzen, da „Multimedia“ Anfang der 90er noch etwas sehr Abstraktes ist. Sony lässt den ganzen Schnickschnack und baut stattdessen ein reines Spielgerät, das den Platz auf den CDs effizient für starke Grafik, echte Soundtracks, beeindruckende Filmsequenzen und eben gute Spiele nutzt. „Was war das Besondere an der PS1-Hardware?“ Die volle Konzentration auf zwei entscheidende Neuerungen: Echtzeit-3D und texturierte Polygone. Erstmals rasten auf einer Heimkonsole die Rennwagen durch Landschaften, die aus mit Grafik überzogenen Gitternetzen bestanden. Erstmals kämpften in Beat’em Ups Charaktere, die nicht „nur“ nackte 3D-Figuren waren (wie etwa in Segas Erfolgs-Automat „Virtua Fighter“, dem erstem 3D-Prügler überhaupt), sondern in wallende Kleider gehüllt und mit Haut und Muskeln überzogen. Möglich wurde das durch einen von Silicon Graphics (der Film-Effekt-Schmiede von „Jurassic Park“) entwickelten RISC-Chip, der voll auf 3D ausgelegt war. Er war zudem das einzige Herz der Konsole, während etwa in der Brust des  Sega Saturns zwei Herzen schlugen: ein CISC- und ein RISC-Chip, was das Programmieren für Sonys Hardware einfacher machte. „Was war das wichtigste Zubehör?“ Wie schon im Artikel im Heft Nummer 55 angedeutet, trug das Joypad entscheidend zum Erfolg der Konsole bei, laut Winnie Forster, der bereits ein ganzes Lexikon über „Joysticks“ schrieb, „der zweitbeste Controller der letzten 30 Jahre, knapp hinter dem Super-Nintendo-Pad.“ Vor allem seine Dual Shock-Variante hat sich im Prinzip bis hin zur PS3 nicht groß in seiner Physiognomie verändert. Ein Pad über drei Generationen: Eine Seltenheit im Hardware-Bereich! Genauso unverzichtbar die Memory Cards, deren Speicherkapazität mit den Jahren zunahm sowie die Multitaps, die den Einsatz von fünf Controllern und vier Memory Cards möglich machten. Die rote Lightgun von Namco, im Bundle mit „Time Crisis“ ausgeliefert, gilt bis heute als beste ihrer Art und die PlayStation-Maus macht Point&Click-Adventures angenehmer. Fast vergessen sind Tanzmatten, DJ-Plattenspieler, Drumsets und Gitarren-Controller, die alle im Rahmen der Spiele aus Konamis Musikspielabteilung Bemani („Dance Dance Revolution“, „Beatmania“, „Guitar Freaks“) auf den Markt kamen – Vorläufer der heutigen „Guitar Hero“- und „Rock Band“-Mode.
von O. Uschmann / September 29th, 2010 / Keine Kommentare

Berührungsangst

Das rote Quadrat hat es nicht leicht. Eine Armee andersfarbiger Vierecke setzt alles daran, den Ausreißer einzufangen. Gesteuert wird der rote Fleck in Zachary Lewis Spiel „Red Chaser” mit Bewegungen der Maus, während von allen Seiten feindliche Quadrate auf ihn einprasseln. Eine Berührung mit ihnen setzt den Sekunden-Counter zurück auf Null. Anfangs ist das entspannt, spätestens wenn drei Vierecke gleichzeitig auf den roten Ausreißer zu schnellen, wird's hektisch. Wer es schafft, bei dem Gewische noch den ganzen Bildschirm im Blick zu behalten, erfreut sich an den abstrakten Bildern, die durch den Nachzieheffekt entstehen.
von Christian / September 24th, 2010 / Keine Kommentare

Shorts-Film

Ein rauchender Typ mit Kapuzenpullover und Knarre? Eine halbnackte Frau mit Cyborg-Applikationen? Ein Haufen Videospielklischees? Stimmt genau. Die Indiefilmer der 8BCrew haben sich für ihren Animationsfilm „8Bits” im Fundus der Videospiel-Geschichte bedient. Herausgekommen ist ein visuell beeindruckender Bastard aus CGI-Effekten und Gameplay-Elementen vom Sidescroller bis zum Third-Person-Shooter. Der namenlose Held, gekleidet in eine mit Pixel-Herzen bedruckten Boxershorts, kämpft sich durch Gegnerscharen um die entführte Maid zu retten. Dabei nutzt er klassisches Videospielgerät wie Pumpgun und Katana, springt durch Röhren und holt einen Hubschrauber vom Himmel, bis er den Endgegner konfrontiert. Die Anspielungen sind mal subtil eingeflochten, wie im Versus-Bildschirm, der an Beat'em-Ups à la „Street Fighter” erinnert. Manchmal sind aber auch visuelle Elemente, wie die In und Out-Anzeigen, einfach aus Spielen wie „Metal Slug” entnommen. Untermalt wird das Ganze abwechselnd von bliepsenden Retrosounds und Industrialtracks. Das Endergebnis sieht jedenfalls so gut aus, dass wir es gerne anspielen würden. Offizielle Website

8BITS_hd720 from 8BCREW on Vimeo.

von Christian / September 23rd, 2010 / Keine Kommentare

Orchestergrabung

Square Enix – der Name des japanischen Publishers löst bei Rollenspielern weltweit ähnliche Assoziationen aus: Androgyne Helden, Emo-Frisuren, Chocobos. Doch nicht nur visuell sind die Spiele im kollektiven Gamer-Gedächtnis verankert. Auch die Melodien aus der Feder von Komponisten wie Nobuo Uematsu sind aus Square Enix-Produktionen nicht weg zu denken. 2009 führte das Symphonieorchester des WDR im Rahmen seiner „Symphonic Games”-Konzerte Werke aus den bekanntesten Spielen des Publishers in der Kölner Philharmonie auf. Wer die Gelegenheit verpasst hat, die Aufführung live zu erleben, kann sich jetzt den Konzertsaal ins Wohnzimmer holen. Auf dem Album „Symphonic Fantasies" ist das in Köln aufgezeichnete Konzert in voller Länge und bester Qualiät erhältlich - abgemischt in den Londoner Abbey Road Studios. Das Album beinhaltet Tracks aus „Kingdom Hearts", „Secret Of Mana”, „Chrono Trigger” und natürlich „Final Fantasy". Die Arrangements wurden von den Komponisten Yoko Shimomura, Hiroki Kikuta, Yasunori Mitsuda und Nobua Uematsu ausgesucht und im Stil klassicher Suiten vorgetragen. Natürlich finden sich, der Inszenierung geschuldet, häufig Melodien voller Pathos und Epik. Besonders Mitsudas Stücke aus der „Chrono”-Serie überraschen aber immer wieder mit treibenden Rhythmen und fernöstlich anmutenden Passagen, um dann in Melodien von süßer Schwere abzugleiten. Ein Bruch mit den hollywoodesquen Sinfonien westlicher Games, der unheimlich gut tut. Zum Preis von 19,90 Euro gibt es die Auswahl der größten Kompositionen japanischer Rollenspiele, dargeboten von einem der besten Orchester Deutschlands. Perfekt für einen Abend mit Badewanne, Rotwein und Quietsche-Chocobo. Einen Überblick über die Stücke und Bezugsquellen gibt es hier.
von Christian / September 22nd, 2010 / Keine Kommentare

Hard Rock Hero

Ganz so jung wie auf dem sechs Jahre alten Titel der GEE Nr. 5 sieht Ingo Knollmann von den Donots heute nicht mehr aus. Aber rocken tut er wie eh und je. Für alle die sich davon selbst ein Bild machen wollen, verlost GEE 3x2 VIP-Karten für ein exklusives Konzert der Donots am 22. September im Hard Rock Cafe in Berlin. Als Teil eines europaweiten Events zur Veröffentlichung von „Guitar Hero: Warriors of Rock“ präsentiert Activision Konzerte in Kooperation mit sieben Hard Rock Cafes in ganz Europa. Alle interessierten Gitarren-Krieger schicken zur Teilnahme am Gewinnspiel eine Email mit dem Betreff „Warriors of Rock“ an gewinnen@geemag.de. Einsendeschluss ist kommender Sonntag, der 19. September. Die Gewinner werden am Montag benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Einlass am Mittwoch beginnt um 18 Uhr. Getränke und Essen gehen dank der VIP-Karten aufs Haus.
von Simon Hohl - Praktikant / September 15th, 2010 / Keine Kommentare