Alles aus dem Januar, 2011

Die Große

Kein anderes Spiel vereint die gesamte GEE-Redaktion derzeit in so einem Taumel der Vorfreude. Kein anderes Spiel hat dabei so wenig von sich preisgegeben - bis jetzt. Denn seit gestern ist die Demo-Version von „Catherine” auf den japanischen Playstation- und Xbox-Marktplätzen erhältlich. Wir haben den Horror-Adventure-Beziehungs-Puzzler angespielt. Vincent ist ein 32jähriger Lebemann. Hauptbeschäftigung: Prokrastination. Am liebsten hängt der Angestellte mit seinen Freunden in der Bar „Stray Sheep” ab und trinkt. Seine Freundin Katherine hat nach fünf Jahren Beziehung genug von diesem Bummelleben und drängt Vincent, sie zu heiraten. Vollkommen überfordert flüchtet sich der Junggeselle erst in die Gesellschaft seiner Freunde, dann unter den beruhigenden Schleier des Alkohols - und schließlich zwischen die Schenkel von Catherine. Die Fille fatale ist der fleischgewordene Gegenentwurf zu Vincents Freundin: vulgär, verspielt und verdorben. Nicht nur dass er von nun an mit einem schlechten Gewissen geplagt ist, Vincent suchen Alpträume heim, in denen er halbnackt nicht enden wollende Türme erklimmt, immer verfolgt von den grotesken Projektionen seines Unterbewußtseins. Und das Aus in einer dieser Horrorvisionen bedeutet auch den Tod in der Realität. Wie die Mischung aus erotischer Anime-Fantasie und Alltagssimulation á la „Heavy Rain” funktioniert, wird nach den ersten Minuten mit der Demo von „Catherine” deutlich. Das Spiel der „Persona”-Entwickler Atlus ist in drei Bereiche unterteilt. In Stray-Sheep-Abschnitten verbringt der Spieler Zeit in der gleichnamigen Bar. Hier ordert er Drinks, führt Gespräche oder spielt am Automaten eine Runde „Rapunzel”, ein Spiel, in dem der Prinz einen Turm erklimmt, um seine blondgelockte Geliebte zu erreichen. In den Drama-Episoden fällt der Spieler für Vincent Entscheidungen über dessen Liebesleben: Er sendet SMS und verteilt Zuwendung an Katherine oder Catherine. In den Nightmare-Abschnitten kämpft Vincent schließlich in seinen Alpträumen ums nackte Überleben - im wahrsten Sinne des Wortes. Nur in Boxershorts gehüllt, bewaffnet mit einem Kissen und gekrönt von zwei Bockshörnern, erklimmt der Fremdgänger turmhohe Konstrukte aus Würfeln. Um einen Weg hinauf zu finden muss der Spieler Kisten aus dem Gebilde ziehen oder schieben, um Treppen zu formen. Statt geruhsamem Knobelspaß ist das aber die pure Adrenalin-Peitsche, denn vom Fuß des Turms nähert sich eine Alptraumversion von Vincents Freundin Katherine, die versucht, ihren untreuen Liebhaber mit einer Gabel in blutigen Matsch zu verwandeln. Das erinnert an einen Highspeed-Mix aus „Q*bert” und Psychoanalyse - spielt sich aber grandios eingängig und ist vor allem ganz schön schwer. In der Demo ist zwar nur der einfachste von drei Schwierigkeitsgraden spielbar, um die ersten beiden Alptraum-Türme zu meistern sind aber schon hier taktisches Geschick und Reflexe gefragt. „Catherine” erscheint in Japan am 17. Februar. Dann wird Entwickler Atlus hoffentlich auch mit Informationen um eine Lokalisierung für Europa herausrücken. Denn ohne Verständnis der japanischen Sprache bleibt das Spielerlebnis beschränkt. Gelingt die Übersetzung erwartet uns mit „Catherine” ein genial verquerer Geheimtipp vom Schlage eines „Killer 7”. [nggallery id=57]
von Christian / Januar 28th, 2011 / 4 Kommentare

Zwei auf die Hand

„Eine PS3 zum Mitnehmen bitte.” Unter diesem Motto scheint die Enthüllung bei der Playstation-Meeting-Konferenz zu stehen, die heute in Tokyo abgehalten wurde. Zum ersten Mal wurde dort der Nachfolger der Playstation Portable vorgestellt. Das Gerät, das momentan mit dem Kürzel NGP (kurz für: Next Generation Portable) bezeichnet wird, ist die Kampfansage an Nintendos neues Handheld 3DS. Dem brillenlosen 3D-Gameplay des DS-Nachfolgers setzt Sony schiere Rechenleistung entgegen. Im Inneren des NGP arbeitet ein 4-Kern-Prozessor und bringt Spiele auf das vergrößerte Display, die in der grafischen Qualität aktuellen Heimkonsolen gleich kommen sollen. Zum Start-Lineup werden demnach laut Sony unter anderem Titel der „Uncharted”- und „Killzone”-Serien gehören. Dem Ruf der Spieler folgend hat Sony den Analog-Knubbel der Vorgänger-Konsole durch zwei vollwertige Analog-Sticks ersetzt, mit denen auch die Kamerasteuerung in komplexeren 3D-Titeln kein Problem mehr darstellen sollte. Wie iPhone und DS setzt der NGP aber auch auf die Steuerung mittels Berührung des Bildschirms. Neben der Touchsteuerung des Displays bietet auch die Rückseite des Geräts eine Neuerung. Ein weiteres Touchpad kann dort mit den Fingerspitzen bespielt werden, während die Daumen weiterhin Analogsticks und Buttons bearbeiten: eine konsequente Weiterentwicklung des vom DS etablierten Touch-Gameplays und die Möglichkeit, den Wechsel zwischen beiden Steuerungsmethoden viel fließender zu gestalten. Neben Rechenkraft und Steuerungs-Update hat der NGP weitere Verbesserungen implementiert, die bei der Konkurrenz von Apple bzw. Nintendo mittlerweile zum Standard gehören. Zwei Kameras und ein Mikrofon sind ebenso in das Handheld verbaut wie ein Motion-Controller, der die Bewegung des NGP im Raum wahrnimmt und in Spielwelten übertragen kann. Ein UMD-Laufwerk hat Sonys mobile Konsole übrigens nicht mehr eingebaut. Statt Disks kommen die Spiele des NGP auf Flash-Karten und als Downloads in die Konsole. Digitale Versionen der PSP-Spiele sollen aber weiter unterstützt werden und auf dem neuen Gerät spielbar sein. Einen genauen Erscheinungstermin und einen Preis für das Gerät hat Sony noch nicht bekannt gegeben, spätestens zur E3 dürfte der Hersteller aber neue Informationen zum NGP liefern. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob Sony endlich mit technisch überlegener Hardware über seine Konkurrenten triumphieren kann, oder Nintendos 3DS, wie Wii und DS, einmal mehr durch innovative Spielkonzepte den großen Markt für sich gewinnt. [nggallery id=56]
von Christian / Januar 27th, 2011 / 4 Kommentare

In echt jetzt?

Mario hat es nicht leicht. Auf der Suche nach der entführten Prinzessin schlägt sich der Klempner mit allerlei Gefahren herum – und das auch noch aus der unübersichtlichen Sidescroller-Perspektive. Wie schwer es Mario und seine 2D-Leidensgenossen haben, wollte die amerikanische Web-Serie „Immersion“ genauer wissen. In einem aufwendigen Experiment baute das Team einen Parcour, der zwei Testpersonen mit den Hüpfpassagen und rollenden Fässern klassischer Jump'n'Run-Spiele konfrontierte. Der Clou: Eine seitlich montierte Kamera filmt die Tester aus der Perspektive eines Sidescrollers. Das Livebild wird auf einen Bildschirm übertragen, der direkt vor ihren Augen hängt. Die derart verzerrte Perspektive sorgt natürlich für jede Menge Fehltritte. In sieben nicht ganz ernst gemeinten Episoden testet das Team von „Immersion“ weitere Videospiel-Klischees auf ihre Alltagstauglichkeit. Wie weit kann man mit einem vollen Rollenspiel-Inventar auf dem Rücken laufen? Und wie fühlt es sich an, ein Auto aus der „GTA“-Perspektive zu steuern? Antworten findet Ihr hier.
von Dominik Lechler / Januar 18th, 2011 / 1 Kommentar

Appstimmung

Unsere noch junge App haben wir beim Showyourapp-Award eingereicht, und würden uns riesig freuen, wenn ihr da mal eben extranett für uns abstimmen würdet. 5 Sterne deluxe, Baby! In der App von GEE informieren wir euch mit News und Reviews laufend über die besten Spiele für iPhone und iPod touch. Davon gibt es dann nämlich doch so viele, dass der Platz im Heft dafür nicht ausreicht. Hier geht's direkt zur Voting-Seite. Vielen Dank für die Unterstützung.
von Moses / Januar 11th, 2011 / 5 Kommentare

Hätte, wäre, wenn

Es gibt Spiele, die sind zu gut, um wahr zu sein. Ein Video der Satire-Seite college-humor.com zeigt, dass den Entwicklern und Designern schon in der Konsolen-Frühzeit einige vielversprechende Konzepte durch die Lappen gegangen sind. Zeichner Dan Meth portiert in dem kurzen Clip Popkultur und Zeitgechichte der späten 80er zu NES-Spielen. Der Playback-Skandal um Milli-Vanilli, die radioaktive Wolke des Tschernobyl-Unglücks oder die Tanzfiguren aus „Dirty Dancing“ – nichts bleibt vor Dan Meths kreativen und stilsicheren Pixel-Animationen verschont.
von Dominik Lechler / Januar 5th, 2011 / Keine Kommentare