Alles aus ‘Gesellschaft’

Lückenfüller

Tatsächlich sind beim Übertragen der letzten iPad Ausgabe ins Print-Layout ein paar Sätze der Geschichte zur Play11 verloren gegangen. Darum haben wir uns entschlossen, die Story hier noch einmal in voller Länge zu veröffentlichen. Viel Spaß beim Lesen. (mehr...)
von Moses / Dezember 8th, 2011 / 3 Kommentare

Kindersoftwarepreis TOMMI 2011

Auch dieses Jahr wurde im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wieder herausragende Kindersoftware mit dem TOMMI ausgezeichnet. Die von einer 20-köpfigen Fachjury (dem würde ich mein Kind aber nicht anvertrauen) getroffene Vorauswahl an Computer- und Konsolenspielen konnte bundesweit in teilnehmenden Bibliotheken von Kindern und Jugendlichen bis 13 Jahre unter die Lupe genommen werden.

Dieses Jahr wird der TOMMI zum zehnten Mal verliehen: Wie immer mischt sich kein Erwachsener in die knallharten Urteile der Mädchen und Jungen ein. Was sie sagen, gilt als unumstößlich. So schaffen sie Orientierung, damit Eltern, Großeltern und Pädagogen einen besseren Überblick im wild wuchernden Computerspiele-Dschungel bekommen.
An der mehrmonatigen Aktionen beteiligten sich 3.500 Kinder in 19 Städten. Ausgezeichnet wurden unter anderem „Cars 2“, „Pudding Panic“ und „Kirby und das magische Garn“. Eine Übersicht mit den Preisträgern und dazugehörigen Informationen sind auf der offiziellen Seite zu finden.
von Fabu / Oktober 14th, 2011 / Keine Kommentare

Phone Story

Wenn es etwas Neues von der italienischen Indieschmiede und Künstlergruppe Molleindustria zu vermelden gibt, lohnt es sich, die Lauscher aufzustellen. Zu dieser Erkenntnis kam ich vor knapp zwei Jahren, als die Herrschaften mit „Every day the same dream“ eine Flashgame-Perle veröffentlichten, die mich und viele andere Spieler nachhaltig beeindruckte. Auch ihr aktuelles Projekt „Phone Story“ soll zum Nachdenken anregen (beziehungsweise aufregen).

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von Fabu / September 15th, 2011 / 4 Kommentare

Is It Time?

Mit zunehmendem Alter (und Hinterteil) mache ich mir natürlich verstärkt Gedanken über Sinn und Unsinn des Lebens, über bereits Geleistetes und Versäumtes, die berufliche und private Zukunft, über Gott (eher weniger) und die Welt. Schließlich bewege ich mich mit meinen stattlichen 35 Jahren bereits nah am Abgrund. Mit 10 wollte ich mit 20, mit 20 mit 30 und mit 30 mit 40 Millionär sein – oder zumindest die Weltherrschaft erlangt haben. Ihr kennt das.

Das Flashgame „Is It Time?“ beschäftigt sich mit der Frage, bis zu welchem Zeitpunkt das Leben lebenswert ist. Der Spieler schlüpft in die Rolle einer alten Dame, deren Leben aufgrund persönlicher Schicksalsschläge und altersbedingter Einschränkungen kaum noch Höhen aufweisen kann. Somit beschränkt sich ihr Alltag im großen und ganzen auf die Nahrungsaufnahme, Fernsehen und Schlaf. Und die Tatsache, die einsame Witwe mittels Druck auf die Pfeiltaste (▼) zum Weinen bringen zu können, lösen trotz einer gewissen Absurdität Gänsehaut und Unbehagen bei mir aus.

Die Tage werden länger, die Wege beschwerlicher und es zeugt schon von Ironie, dass lediglich vereinzelte Flashbacks und Halluzinationen etwas Farbe in den tristen Alltag der Seniorin bringen. Vielleicht, ja, vielleicht ist es an der Zeit, das monotone Spiel zu beenden. ... Morgen. Vielleicht. Die Hoffnung mag im Koma liegen, aber noch bin ich nicht bereit, den Steck...
von Fabu / September 1st, 2011 / 4 Kommentare

Für den Gewinn!

Viele von euch werden bereits mitbekommen haben, dass der digitale Spartenkanal ZDF.kultur im Zuge der gamescom in Köln erstmalig ein E-Sport-Turnier ins Programm aufnimmt. Es handelt sich um den Saisonauftakt der ESL (Electronic Sports League) Pro Series, der heute (19. August) aufgezeichnet und morgen, sprich: Samstag, ab 22:30 Uhr ausgestrahlt wird. Zu den Disziplinen gehören unter anderem „Counterstrike“, „StarCraft“, „FIFA“ und „TrackMania“. Die mit Gesprächen und Hintergrundberichten angereicherte Sendung trägt den Titel „FTW – For the Win“ und ... erhitzt aus einem mir nicht ersichtlichen Grund so manches Gemüt.

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von Fabu / August 19th, 2011 / 10 Kommentare

Du bist die Jury

Am 30. März 2011 wird in München zum dritten Mal der Deutsche Computerspielpreis verliehen. Der Award prämiert qualitativ hochwertige sowie kulturell und pädagogisch wertvolle Spieleproduktionen „Made in Germany“ und stärkt damit die Spiele-Industrie in Deutschland. Mit insgesamt 385.000 Euro Preisgeld ist er zugleich der höchstdotierte Games-Award in Deutschland. Insgesamt werden Preise in sieben Kategorien vergeben, die von einer Jury aus namhaften Politikern, aber auch Games-Journalisten oder Vertretern der Wissenschaft besteht. GEE Chefredakteur Heiko Gogolin ist als Juror im Bereich Serious Games dabei. Die aufmerksamkeitsstärkste Kategorie ist jedoch das mit 50.000 Euro dotierte „Beste Deutsche Spiel“. In der Jury für diese Kategorie sitzt in jedem Jahr ein Gamer – in diesem Jahr könntest Du das sein. Wenn Du Dich dieser Aufgabe stellen und über Ehre und Preisgelder mitentscheiden möchtest, schreibe uns eine Email mit dem Betreff „Ja, ich will“ an gewinnen@geemag.de und beantworte die folgende Frage: „Was macht dich zum echten Gamer?“ Einsendeschluss ist bereits der 16.02., also kommender Mittwoch. Die GEE Redaktion kürt die beste Antwort. Der Gewinner ist zu der Jury-Sitzung nach Berlin am 25. Februar 2011 eingeladen und natürlich auch zur Gala-Show am 30. März 2011 in München! Teilnahmebedingungen: Der Gewinner muss über 18 Jahre sein, in Deutschland leben und natürlich Zeit haben, die Jury Sitzung und auch die Preisverleihung zu besuchen. Weil erstere bereits übernächste Woche stattfindet, gebt bitte auch eine Telefonnummer an, damit wir euch schnell erreichen können. Wir versprechen, dass sämtliche Angaben nicht gespeichert werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
von Heiko / Februar 11th, 2011 / 6 Kommentare

Hätte, wäre, wenn

Es gibt Spiele, die sind zu gut, um wahr zu sein. Ein Video der Satire-Seite college-humor.com zeigt, dass den Entwicklern und Designern schon in der Konsolen-Frühzeit einige vielversprechende Konzepte durch die Lappen gegangen sind. Zeichner Dan Meth portiert in dem kurzen Clip Popkultur und Zeitgechichte der späten 80er zu NES-Spielen. Der Playback-Skandal um Milli-Vanilli, die radioaktive Wolke des Tschernobyl-Unglücks oder die Tanzfiguren aus „Dirty Dancing“ – nichts bleibt vor Dan Meths kreativen und stilsicheren Pixel-Animationen verschont.
von Dominik Lechler / Januar 5th, 2011 / Keine Kommentare

Betrug und andere Leidenschaften

Uijuijui! Unsere Berliner Brüder im Geiste „A Maze“ haben schon wieder eine gute Veranstaltung in der Pipeline. „Games Culture Circle“, ihre abendliche Talkshow, geht am 13. Januar in die zweite Runde. Das Thema dieses Mal: Cheating.

Mogeln ist ein konstitutiver Teil des Spiels. Und nicht immer ist das negativ. Während man früher mit einem gezinkten Pokerblatt sein Leben lassen konnte, ziehen manche Brettspiele das Hintergehen sogar in ihre Regeln ein. Ebenso beim Computerspiel: Wenn bei einem Esport Match mit einem Cheat durch die Wände eines Ego Shooters geschaut wird, verzerrt das den Wettbewerb. Manche Singleplayer Games animieren dagegen den Spieler geradezu, das Spiel zu modifizieren, um alle Geheimnisse zu entdecken.

Moderiert von Uke Bosse erörtert die Veranstaltung dieses Spannungsverhältnis mit Gästen aus dem Medien- und Kulturbereich. Wer das genau sein, wird, steht zeitig hier: www.gamesculturecircle.de

.HBC, Karl-Liebknecht-Str.9, 10178 Berlin, Donnerstag, 13. Januar 2011, Einlass 18:30 Uhr, Eintritt 5 Euro

von Heiko / Dezember 20th, 2010 / Keine Kommentare

Psycho-Spiel

Sind wir wirklich so berechenbar, dass Videospiele  unsere Psyche beeinflussen können? Der promovierte Psychologe und leidenschaftliche Gamer Jamie Madigan erklärt in seinem Blog psychologyofgames.com, wie eng Psychologie und Videospiele zusammenhängen. Dabei verzichtet er auf Fachsprache und verpackt wissenschaftliche Zusammenhänge in Anekdoten und cleveren Beispielen. Im Interview erzählt Jamie Madigan, wie und warum Gamedesigner den Spieler manipulieren. Mr. Madigan, was ist so spannend am Zusammenhang zwischen der Videospiel-Welt und der Wissenschaft der Psychologie? Eines meiner Lieblingsbeispiele ist ein Phänomen namens Verlustaversion: Die menschliche Psyche wird durch Verluste schwerer belastet, als durch Gewinne – selbst wenn der Wert derselbe ist. Ein einfaches Beispiel: Der Schmerz, fünf Euro zu verlieren, ist größer, als die Freude, fünf Euro zu bekommen. Deshalb kombinieren wir Verluste, um sie besser akzeptieren zu können. Gewinne hingegen brechen wir gerne in viele kleine Errungenschaften auf. Das ist der Grund, warum wir im Multiplayer der „Call of Duty" Spiele häufige, aber kleine Belohnungen erhalten. Auch bei Level-Ups in Rollenspielen bekommen wir meist mehrere  Belohnungen. Das heißt also, Entwickler wenden ganz bewusst „psychologische Tricks“ an, um den Spieler zu manipulieren? Ja, ständig. Wenn ich für meinen Blog Entwickler kontaktiere, höre ich einen Satz immer wieder: „Ich wusste, dass dieses Zeug funktioniert, aber ich hatte keine Ahnung, dass es dafür sogar einen Namen gibt.“ Das beudetet natürlich nicht, dass die Manipulation von Gamern etwas Schlechtes ist. Wenn es nicht gerade die Leute sind, die Farmville machen, wollen die meisten Designer ihre Spiele mit solchen Tricks nur unterhaltsamer machen. Wie kamen Sie ursprünglich auf die Idee, zwei so unterschiedliche Themen in einem Blog zu verbinden? Jedes Jahr starte ich ein neues Blog-Projekt und während ich überlegte, was ich 2010 machen könnte, stieß ich in Fachzeitschriften und Büchern immer wieder auf Texte, die Gamer-Verhalten und Gamedesign-Entscheidungen erklärten. Das fand ich total spannend und weil ich mich sowohl mit Psychologie, als auch mit Videospielen auskenne, setzte ich mich hin, fing an zu tippen – und bis heute gehen mir nicht die Ideen aus. Gibt es Spiele, die Sie ganz besonders zum bloggen motiviert haben? Da fällt mir als erstes „Dragon Age" ein. Beim Spielen haben mich wieder einmal die Romanzen beeindruckt, die Bioware seinen Charakteren auf den Leib schreibt. Das führte dann dazu, dass ich einen Blog-Post über unsere psychologische Reaktion auf vertane Chancen in diesen Beziehungen schrieb.
von Dominik Lechler / Dezember 14th, 2010 / Keine Kommentare

Igelspezialisten

In der neuen Ausgabe des GEE Magazins, die am kommenden Montag erscheint, wirft unser Autor Oliver Uschmann in der Reihe „Rückspiel“ einen Blick zurück auf „Sonic The Hedgehog“. Bei der Recherche stieß er auf ein umfangreiches Fan-Universum, das unabhängige Projekte und liebevolle Online-Magazine beinhaltet. Ein Einblick. Es ist ein Diagramm, wie es sonst nur Soziologen per Power Point an die Wand projizieren. Ein Kreislauf der Enttäuschung, den unbekannte Fans entworfen haben, um zu zeigen, wie sie sich jedes Mal fühlen, wenn ein neues Spiel der „Sonic“-Reihe erscheint. Spannung und Euphorie bei der Ankündigung, Skepsis bei den ersten Details, Enttäuschung beim Spielen des fertigen Produkts: der „Sonic Cycle“. „Fans der ersten Stunde sind der Meinung, dass der Sprung in 3D nicht all zu sehr geglückt ist und SEGA nicht auf seine Fans hört“, erklärt Markus Beste. Gemeinsam mit acht weiteren passionierten Igelspezialisten betreibt er die Seite www.spindash.de, ein überaus attraktives und kompetentes Angebot von Fans für Fans. Aus seiner Sicht und der René Pahlkes – Spindash-Fachmann für die handwerklichen Aspekte des Gamedesigns – ist der Sprung der Reihe zu 3D allerdings meist gelungen. „Man nehme nur ‚Sonic Adventure 2 Battle’“, sagt er, „eine überraschend erwachsene Handlung über das Leben, den Tod und ein so genanntes Neuro Immundefektsyndrom als Synonym für AIDS.“ In der Tat ein Ansatz, den man so eher in einem Rollenspiel von Peter Molyneux statt in der bunten Welt Sonics erwartet. Unter den 2D-Spielen kürt die Spindash-Redaktion „Sonic The Hedgehog 3“ sowie „Sonic & Knuckles“ zu den besten Titeln. „Selbst jüngere Spieler, die erst mit der PS2 aufgewachsen sind“, so Beste, „finden diese Spiele sehr süchtig machend.“ Taucht man ein wenig in die Materialmassen auf Spindash sowie der 19 (!) dort verlinkten weiteren Fanseiten ab, wird man daran erinnert, was für ein komplexes Universum seit dem Urknall von 1991 rund um den Igel entstand. Spiele aus allen Genres, Zeichentrickserien, Filme, Comics. Die Fangemeinde selbst sortiert, wertet und diskutiert mit der Akribie wahrer Nerds, doch sie belässt es nicht beim Konsum. In Fleißarbeit entstehen Homebrew-Spiele mit dem Ziel, „so nah wie möglich ein Gefühl der alten Sonic-Spiele zu vermitteln“. Hervorstechend ist dabei das Fanspiel „Sonic Megamix“ in 2D, dessen Soundtrack aus 16-Bit-Remixen älterer Tunes sowie diversen Songs von Michael Jackson besteht – eine Anspielung auf die von SEGA niemals zugegebene Beteiligung des King of Pop am dritten Teil der Serie. „Sonic 2HD“ wiederum ist ein weiteres beachtliches Fanprojekt, ein HD-Remake von „Sonic The Hedgehog 2“. Das Spiel „steckt noch in den Kinderschuhen“, erklärt René Pahlke, „es gibt einige sehr frühe Alpha-Builds zum Antesten der Physik-Engine“.

Was bleibt, wenn man sich mit den Redakteuren von Spindash unterhält und sich durch die Welt von Sonic forscht, ist eine Erkenntnis, die einem als Journalist, der immer gleichzeitig alles im Blick haben muss, schnell verloren geht. Die Erkenntnis, dass man sich auch gut und gerne ein Leben lang mit einem einzigen Franchise der Videospielwelt beschäftigen kann, ohne dass man jemals Langeweile hätte. Und das ist, bei allem Tempo des Igels, schon wieder eine faszinierende Entschleunigung.

http://spindash.de

von O. Uschmann / November 5th, 2010 / 1 Kommentar