Love For Leser
Gesellschaft, Redaktion, RetroAm Sonntag, den 14. Februar, ist Valentinstag. Da zeigt man seinen Liebsten mit kleinen Geschenken, wie gern man sie hat. Das wollen auch wir tun, und überlassen euch diesen kleinen Film, der eure Herzen hoffentlich genauso zum Rasen bringt wie unsere. Schickt ihn nach Lust und Laune in der Welt herum, damit auch eure Liebsten sehen, für wen euer Herz wirklich schlägt. In diesem Sinne einen schönen Valentinstag.
Die Säge ist mächtiger als das M16
Gesellschaft, Netz
Google Zeitgeist präsentiert die häufigsten „Google”-Suchbegriffe des Jahres in kompakter Top 10-Form. Die Spieleliste überrascht, denn wo sich Spitzentitel wie „Modern Warfare 2″ oder „Fifa 10″ in den unteren Rängen tummeln, erstrahlen oben semi-erfolgreiche Games wie „Ghostbusters” oder „Saw”. Was die Vampir Buch- und Filmserie „Twilight” dort zu suchen hat, bleibt allerdings ungeklärt.
Die original Google Zeitgeist Videospiel-Top Ten:
- ghostbuster
- ufc
- saw
- bakugan
- batman arkham asylum
- twilight
- fifa 2010
- modern warfare
- transformers 2
- resident evil 5
Weitere Listen zu den meistgesuchten Sportbegriffen oder Fernsehshows findet ihr hier.
Das fünfte Lichtlein
Gesellschaft, Kommentar
Kurz vor Weihnachten 2004 passiert es: Menschen verschwinden. Erst unbemerkt im fernen Amerika, schließlich seit dem Frühjahr 2005 dann auch in Europa. Es trifft, Freunde und Verwandte, Mitbewohner und Kollegen. Manche sind bis heute nicht mehr aufgetaucht. Ein Muster ist nicht zu erkennen, denn auch jenseits klischeehafter Spielenerds setzt sich das Phänomen “World of Warcraft” durch. Durch - und fest. Denn was keiner gedacht hätte: Die Begeisterung bleibt. “WoW” ist keine Modeerscheinung, sondern wächst und gedeiht, erfindet sich neu und arbeitet sich an sich selbst ab. Genau wie die Millionen Figuren, die es bewohnen. Das Thema wird von den Medien wahrgenommen, gelobt, beschimpft und analysiert, denn eines ist nun Feinden und Freunden des Spiels klar: “WoW” ist eine feste Größe in der realen Welt geworden und hat eine ganze Branche umgekrempelt.
Als “World of Warcraft” vor fünf Jahren aus der Beta in den Laden kommt herrscht in vielen deutschen Städten der Ausnahmezustand. Per SMS verständigen sich Fans, wo noch Exemplare zu ergattern sind. Später dann sind alle Server verstopft. Die Anfängerzone geht vor einem Ansturm Kleinvieh kloppender Neucharaktere in die Knie. Server und Nervenkostüme brechen zusammen.
Fünf Jahre später hat “WoW” viele Millionen zahlender Spieler und eine eigene Southpark Folge. Alle neuen Entwicklungen in diesem Genre müssen an dem großen Blizzard Titel vorbei. Die meisten scheitern. Die Verschwundenen, jetzt Bewohner der Welt Azeroth, haben in der Zwischenzeit neue Freunde gefunden oder alte verloren. Sie haben Karriere gemacht oder das Studium versemmelt. Welches Computerspiel kann das schon von sich sagen?
Die GEE-Redaktion wünscht allen Allies und Hordlern ein großartiges Fest. Im Spiel und im wahren Leben.
Dungeon-Luder
Bloginhalte, Gesellschaft, Kunst

Der Nerdcore-Kalender 2007 hängt immer noch in meiner Küche. Es ist eine Hochglanzproduktion und zeigt zwölf äußerst attraktive Modelle um die Zwanzig: etwa den Powerglove von Nintendo oder eine alte “Pac-Man”-Arcarde. Dummerweise versperrt mir eine bis auf ihre weißen Sportkniestrümpfe vollkommen nackte Frau aus Südostasien den Blick auf das Wesentliche, nämlich die Highscore-Liste.
Das ist jetzt natürlich gelogen. Nerds und Gamer sind nicht weniger tittenfixiert als Bauarbeiter oder Bundeswehrsoldaten. Auch wir haben unsere Spindluder. Und die Nackedei-Mädels sind eindeutig die Hauptattraktion des Kalenders, die Automaten und Handhelds nur ein Alibi. Sie sind die Gänsefüßchen auf dem Fleischbalkon, die pralle Ironie und der Rechtfertigungsversuch vor der pikierten Freundin.
Nach den Videospielen wurden die Themen Superhelden und Science-Fiction mit einer dezenten Erotik versehen. Der nächstjährige Nerdcore-Kalender trägt das Motto Horrorfilme. Leider wirken die Bildmontagen des neuen Kalenders wie schlechte Photoshop-Montagen. Da kann man auch gleich auf den neuen Mystik-Kalender des italienischen Fotografen Enrico Ricciardi zurückgreifen. Es ist so etwas wie der Pirelli-Kalender für Online-Rollenspieler.
Insgesamt zwölf leicht unterernährte Damen (und sogar ein adretter junger Mann) spielen die begehrenswerte Magierin, die mysteriöse Druidin und die willenlose Zwillingsschwester von Red Sonja. „Inspired by the Work of Richard Lord British Garriott“, dem Ultima-Erfinder, halten sie Schwerter, Stäbe und ihre körperlichen Vorzüge in die Kamera und machen Paladine und Hexenmeister wuschig. Diese Dungeon-Luder sind die Pin-Ups der Generation „World of Warcraft“.
Baphomets Mine
Game, Gesellschaft
Der britische Spieleentwickler Revolution Software ist bekannt für seine klassischen Point-and-Click Adventures. Gründer Charles Cecil, der Kopf hinter Spielen wie „Beneath a Steel Sky” und „Baphomets Fluch”, hat nun sein nächstes Projekt bekannt gegeben: Ein Adventure, das auf dem Knobelspiel „Minesweeper” basiert! Unter anderem soll den Fragen nachgegangen werden, wer die Minen verlegt hat und warum der Spieler sie räumen muss. Das noch namenlose Game entsteht für die wohltätige Organisation One Big Game. Die hat sich zum Ziel gesetzt, kleine Spiele von großen Spieldesignern entwickeln zu lassen. Deren Erlös kommt dann Hilfsorganisationen wie Safe the Children zugute.
Ein Interview mit Martin de Ronde, dem Gründer von One Big Game, lest ihr in der aktuellen Ausgabe der GEE.
Für die Tonne?
Der Tag danach, Gesellschaft
Das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ hatte für den vergangenen Samstag eine Aktion in der Stuttgarter Innenstadt angesetzt. Videospieler und deren Eltern wurden aufgefordert, sogenannte „Killerspiele“ in einem bereitgestellten Container zu entsorgen. Unter den Teilnehmern sollte ein, von der deutschen Nationalmannschaft signiertes Trikot verlost werden.
Das Bündnis setzt sich aus Angehörigen der Opfer zusammen, die bei dem Amoklauf in Winnenden im März diesen Jahres ums Leben kamen. Die Aktion hatte bei Bekanntwerden starke Reaktionen unter Spielern hervorgerufen. Sie sahen sich und ihr Hobby einmal mehr in Verruf gebracht. Auch die plakative öffentliche Ächtung von Medien mit ungewünschtem Inhalt führte bei manchem Internetblogger zu drastischen Vergleichen mit der Bücherverbrennung in der NS-Zeit.
Am Samstag berichteten mehrere Fernsehsender von der Aktion. Zudem hatten Vertreter der Piratenpartei und des Verbandes für Deutschlands Video- und Computerspieler vor Ort gegen die Aktion protestiert. Ob die Aufregung letztendlich umsonst war? Zum Schluss blieb der Container nämlich fast leer. Nur eine Handvoll Spiele fand ihren Weg in die Tonne.
Fehlgeleitete Trauer, oder eine ernstzunehmende Entwicklung? Wie seht ihr die Aktion?
Ein Kinderspiel
Gesellschaft, Veranstaltung
Die Sieger des Deutschen Kindersoftwarepreises TOMMI 2009 stehen fest. Auf der Frankfurter Buchmesse wurden „Wii Sports Resort“ im Bereich Konsolen und „Die Sims 3″ in der PC-Kategorie ausgezeichnet. Über 1900 Kinder haben in diesem Jahr als Jury mitgewirkt und alle nominierten Spiele in den teilnehmenden Bücherhallen getestet. „Wir finden Sport und Bewegung besser, als nur vor einem Gerät herumzusitzen und konnten eine unglaublich große Anzahl an unterschiedlichen Sportarten ausprobieren, die wir noch nie im Leben vorher gemacht haben“, begründeten die jungen Juroren die Wahl von „Wii Sports Resort“ zum besten Konsolentitel. An „Die Sims 3″ gefiel den Kindern „dass alles echt aussieht und wir endlich mal alles machen können, was wir wollen. Wir können dabei so sein,wie wir sein wollen oder so, wie wir aufkeinen Fall sein wollen, und sehen, was dann passiert.”
Wir freuen uns über zwei würdige Sieger und die fachliche Expertise der nachwachsenden Gameselite.
Weitere Informationen zum Tommi 2009 unter www.kindersoftwarepreis.de
Germany’s Army
Gesellschaft, Vor Ort
Für die kommende Ausgabe der GEE haben wir das Simulatorenzentrum der Bundeswehr im niedersächsischen Munster besucht. Wie dort Soldaten mit Hilfe von Computersimulationen ausgebildet werden, lest ihr in unserer Reportage in der kommenden Ausgabe der GEE, die ab nächsten Montag, den 05. Oktober im Handel erhältlich ist. Was die Bundeswehr über den Einsatz von Computerspielen in der Öffentlichkeitsarbeit denkt, erfahrt ihr hier.
Anders als die US-Army, die mit dem kostenlosen taktischen Egoshooter „America‘s Army“ bereits seit 2001 offensiv auf Nachwuchsfang geht, hält die Bundeswehr Videospiele jedoch offiziell nicht für ein geeignetes Mittel, um junge Menschen für den Dienst an der Waffe zu begeistern. Bereits gegenüber der Nachrichtenagentur Pressetext erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Oberstleutnant i.G. Thomas Overhage: „Videospiele vermitteln ein zu einseitiges Bild des militärischen Alltags. Unsere Zielsetzung ist es, ein unverzerrtes Bild der Bundeswehr zu zeigen sowie den persönlichen Kontakt zu Interessenten zu gewinnen, um diese individuell und umfassend über den militärischen Dienst beraten zu können”. Dennoch nutzen die Streitkräfte neben Roadshows und Auftritten auf Videospielmessen wie der Gamescom 2009 auch Onlinespiele um ihre Arbeit der Öffentlichkeit näherzubringen – darunter das Rettungshubschrauber-Minigame zur ZDF-Serie „Der Rettungsflieger“ oder diverse Geschicklichkeits- und Ratespiele auf einer speziellen Internetseite für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Nachdem Pädagogen und Publizisten im Jahre 2002 vergeblich versuchten, die Seite indizieren zu lassen, teilte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend dem Online-Magazin heise.de allerdings in einer Stellungnahme mit, dass „… Computerspiele ein gutes Mittel sind, um Erstinformationen zur Bundeswehr mit eher spielerischen Aspekten und Unterhaltung zu verbinden.“ Gegenüber GEE bringt Hauptmann Jens Schetelich, der Betriebsoffizier für die Panzergrenadiertruppe am Ausbildungszentrum Munster, Licht ins Dunkel: „Wir haben im Moment nicht die gleichen Nachwuchsprobleme der Amerikaner, da wir eine Wehrpflichtarmee haben. Ein Großteil unserer Männer und des Führernachwuchses rekrutiert sich aus dem Reservoir. Und ganz ehrlich: Ich glaube auch nicht, dass Videospiele als Rekrutierungsmaßnahme in unserer Gesellschaft gewollt wären.“
Ole Schley
America’s Army: http://www.americasarmy.com
Das Online-Spiel der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit der ZDF-Serie „Der Rettungsflieger“:
http://www.rettungsflieger.bundeswehr.de/specials/sar_spiel.html
Die Onlinespiele auf der Jugend-Plattform der Bundeswehr:
http://community.bundeswehr.de/data/05_spiele/?game=0
Spielend Lernen
Gesellschaft, Wissenschaft
In New York eröffnet nächsten Monat die erste öffentliche Schule der Vereinigten Staaten, deren Lehrplan sich maßgeblich auf Videospiele stützt. Von der sechsten bis zur 12. Klasse sollen Schüler hier den High School-Abschluss der Zukunft machen können. „Quest to Learn“ nennt sich die Schule, die im Stadtteil Manhattan liegt.
Spiele wie „Little Big Planet“ und „Civilization“ sollen den Lehrplan bestimmen. Als Beispiel nennt Katie Salen, Professorin für Design und Technologie und Erfinderin der Games-Schule, ein Detektiv-Spiel, bei dem die Schüler lernen sollen, wie Informationen gesammelt und Probleme gelöst werden.
Der Stundenplan gehorcht ebenfalls nicht den Gesetzen der klassischen Fächertrennung. So werden Mathe und Englisch zusammen in dem Fach „Codeworlds“ unterrichtet. In „Way Things Work“ wird Mathe wiederum mit anderen Naturwissenschaften vermischt. Die Fächer werden in Blöcken à 90 Minuten unterrichtet, von denen es pro Tag vier gibt. Jeder Schüler arbeitet mit einem Laptop.
Salen denkt, dass es für so ein Konzept Zeit wurde, da es ihrer Meinung nach in den letzten Jahren erhebliche kulturelle Veränderungen gab. Sie hofft, dass damit eine neue Art des Lernens entsteht. Ihr Traum ist es, dass es Unterricht gibt, den Kinder lieben. Die Tests und Klausuren sind genau dieselben, die es an gewöhnlichen Schulen zu absolvieren gilt. Am Ende eines Trimesters wartet jedoch ein zweiwöchiger Test für jedes Fachgebiet auf die Schüler der neuen Games-Schule. Er wird „Boss Level” genannt. Schade, dass wir unsere Schulzeit schon hinter uns haben.
„Toplevel”. Eine Skizze
Gesellschaft

Der Autor, Science-Fiction-Kritiker und Herausgeber Michael Iwoleit skizziert für uns die Welt seines noch nicht ganz fertiggestellten Romans „Toplevel”. Sechs komplette Erzählungen über die Zukunft der Videospiele, geschrieben von sechs deutschsprachigen Science-Fiction-Autoren, findet ihr in der neuen Ausgabe des GEE Magazins, die am kommenden Montag erscheint.
„Toplevel”, von Michael Iwoleit
Es ist ein minimaler Eingriff. Auf beiden Seiten ein kleiner Schnitt in die Hornhaut und ein Mikromonitor, der dir unter die Linse geschoben wird. Dazu die beiden WLAN-Module, die dir, ganz unauffällig, als rosige Punkte an den Schläfen haften. Die Implantation wird ambulant durchgeführt und verheilt nach wenigen Tagen. Selten gibt es größere Komplikationen als leichte Rötungen, Bindehautreizungen oder einen vorübergehend etwas verschwommenen Blick. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zu den Möglichkeiten, die der Eingriff dir eröffnet.
Im Standby-Modus sind die Mikromonitore transparent. Sie stören nicht, und du nimmst deine Umgebung so wahr wie immer. Eine leichte Berührung an der Schläfe aber genügt, um das Startmenü einzublenden und ins Spiel einzusteigen. Beim ersten Einloggen bist du vielleicht enttäuscht. Anfangs, auf den unteren Leveln, sind es nur wenige Objekte deiner Umwelt, die die Mikromonitore durch künstlich generierte Bilder überlagern. Es kann sein, daß dir ein U-Bahn-Tunnel auf einmal wie der Eingang in eine labyrinthische Höhllenwelt erscheint. Ein Supermarkt könnte sich vor deinen Augen in einen archaischen, von Fackeln durchleuchteten Tempel verwandeln. Und natürlich entdeckst du die anderen Spieler. Die Alltagsidentität hat im Spiel keine Bedeutung. Jeder Spieler erscheint seinen Mitspielern in der Gestalt und mit den Fähigkeiten, die er für seinen Einstiegskredit erworben hat. Der Arbeitskollege, der im Großraumbüro zwei Plätze weiter sitzt, ist auf einmal ein muskülöser Hüne mit starrem Gesicht. Das unscheinbare Mädchen an der Kinokasse hat sich in eine leichtgeschürzte, rothaarige Schönheit verwandelt. Der Zeitschriftenhändler an der Ecke wird zu einem faltigen, weißhaarigen Schamanen. Einer der anderen Spieler hält die Hinweise bereit, die du brauchst, um den nächsten Level zu erreichen. Sprich mit ihnen, finde die passenden Worte, erprobe deinen Scharfsinn. Erkunde deine Stadt, und wenn du die Hinweise richtig zu deuten weißt, findest du in einem leeren Haus oder am Ende einer düsteren Gasse das Magische Tor, den Durchstieg auf die nächste Ebene.















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