Power für alte Möhre

Da lag auf dem Dachboden ein alter Transistorkasten, genial retro und doch echt in Schuss. Beim Aufmachen des Batteriefachs gabs eine Überraschung: Was soll in das eckige Fach für eine Riesenbatterie rein? Gibt es so was noch?

Ein Wunder, es gibt sie noch, die Zink-Kohle-Batterie


Tatsächlich sind die Klassiker unter den Batterien noch nicht ausgestorben. Im Online-Shop gibt es die Teile als 9V-Block zu ergattern. Doch reicht die Leistung für so alte Kästen?

Alt, aber nicht ausgedient


Und wirklich: Sie passt! Die neue Spezialbatterie für Transistorradios und Seelampen. Satte 5 Ah bei 9 Volt, das sind ja über 4 kWh. Da kracht die Schwarte im alten Kasten, das hält echt lang. Die Batterie in Zink-Kohle-Technik 9 Volt ist robust und bewährt. Nicht mehr so zeitgemäß wie die modernen Alkalie- oder Lithiumbatterien. Aber immerhin, die Leistung stimmt. Allerdings ist es mit der Haltbarkeit nicht so weit her. Ganze drei Jahre. Und wenn die Packung schon eine Weile im Händlerregal vor sich hin geschlummert hat, könnte die Lebensdauer glatt auf die Hälfte geschrumpft sein. Vielleicht besteht der alte Soundkasten im Retro-Look ja nicht auf klassischer Stromversorgung. Eine moderne Batterie würde mit den geringeren Maßen doch glatt hineinpassen.

Alkaline Mangan oder doch lieber Thionylchlorid?


Die stromerzeugenden Inhaltsstoffe moderner Blockbatterien klingen überzeugend. Doch was verbirgt sich dahinter? Wird der alte Kasten damit klarkommen?

Lithiumionen für echte Power


LIMnO2 9v Batterien gehören zu den leistungsfähigsten Batterien, einige Bauarten geben sogar 65 Prozent mehr Leistung als Alkali. Die Kapazität von 750 mAh reicht zwar nicht an die alte Zink-Kohle-Version heran, aber dafür die wesentlich längere Lebensdauer, 10 Jahre lagerungsfähig! Wenn man da eine Großpackung ordert, dann bekommt gleich der Rauchmelder eine Ladung Blockstrom mit ab, denn der benötigt auch eine Blockbatterie. Die thermische Belastbarkeit reicht von minus 40 Grad bis plus 60 Grad Celsius. Die heißen Rhythmen im alten Soundkasten werden das wohl nur knapp überbieten. Was auffällt: Die würfeligen Dinger sind extrem leicht. Kaum zu glauben, dass da so viel Strom drin sein soll. Ein Hinweis klebt auf der Packung: nicht aufladbar. Und auf eine geeignete Entsorgung achten. Das ist doch klar.

Lithium Thionylchlorid Batterie bringt die Bässe zum Dröhnen

 
Satte 1,2 Ah bietet das Kraftpaket aus seiner Kunststoffhülse. Die Energieschleuder ist dabei sogar noch die sicherste von allen Batterien, sie ist so konstruiert, dass sie nicht überhitzen kann.
Dabei läuft der Strom lange Zeit stabil aus den Polen, selbst nach langer Lagerungszeit ist die Selbstentladung mit nur einem Prozent ein Klacks. Diese Teile werden deshalb gern in der Industrie und für Wasser- und Stromzähler verwendet. Für Spielzeug, Konsolen und die alte Soundkiste ein Leckerli in der Stromversorgung.

Alkali Mangan ist auch nicht schlecht


Warum immer nur Lithium? Klingt wohl besser. Aber Alkali ist auch gut. Die Leistung ist super, die Gefahr, dass sie überhitzen nicht größer als bei den anderen Batterien. Aufladen? Auf keinen Fall, auch die Alkalis sind nur für den einmaligen Gebrauch und die umweltfreundliche Entsorgung geeignet. Die sogenannten Primärzellen sind eigentlich die Alleskönner unter den Blockbatterien. Lange haltbar, solide in der Stromversorgung und preiswert. Da röhrt der alte Soundkasten noch eine Weile.

von Volker Hansch / April 1st, 2021 /

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