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Gaming Nation

Gaming Nation

Olympiade in Seoul. 572 Teilnehmer aus 55 Nationen messen sich in acht Disziplinen, und alle haben nur ein Ziel: der beste Gamer der Welt zu werden. Neben Ruhm und Ehre winken stattliche Preisgelder. Ein Bericht aus einem Land, in dem der Bürgermeister für Gamer die Limousine vorfährt

Das Licht wird abgedunkelt. Von „Star Trek“-Fanfaren begleitet, betreten die Finalisten die Bühne. Auf dem mit rotem Teppich ausgelegten Boden stehen zwei Plexiglaskabinen, die an Schwarzeneggers „Running Man“ erinnern. Das Szenario wirkt wie eine Fleisch und Chip gewordene Science-Fiction-Vision. Eine Olympiade, bei der die Sportler sich hinter Bildschirme klemmen und ihre Kämpfe über Kontrollpulte in virtuellen Arenen ausfechten. Auf den Rängen drängen sich die Zuschauer, untermalen mit ihrer Schweigsamkeit die allgemeine Anspannung. Es ist der siebte und letzte Tag der World Cyber Games, und tatsächlich erinnert alles an eine Olympiade: die konzentrierten Gesichter der Spieler, die vollen Publikumsränge, die vielen Fernsehkameras und nicht zuletzt der Veranstaltungsort, die ehemalige Gewichtheberhalle des Olympiageländes in Seoul. Wir befinden uns mitten im Finale. Es geht um stolze 20000 Dollar Preisgeld und natürlich darum, die beste Gamer-Nation der Welt zu werden. Denn das „World“ im Namen trägt die Spielerolympiade nicht einfach aus Prestigegründen. 572 Spieler aus 55 Nationen sind zu den vierten World Cyber Games angetreten. Frederik Keitel aus Deutschland und der Koreaner Yongbum Lee nehmen auf den weißen Plastikstühlen in ihren Kabinen Platz. Drei Kameramänner bemühen sich um immer neue Einstellungen für die zwei übergroßen Videoschirme, auf denen abwechselnd Spielszenen und die Gesichter der Kontrahenten zu sehen sind. Gespielt wird „Star Craft: Brood War“. Drei verschiedene Rassen stehen sich bei diesem Strategiespiel in einem intergalaktischen Krieg gegenüber. Frederik, der sich den Spielernamen „Fisheye“ gegeben hat, wählt die Rasse der „Protoss“, die ihre Gegner mithilfe telekinetischer Kräfte beharkt. Frederik ist anzusehen, wie sehr er sich konzentriert. Er kaut immer wieder auf seiner Unterlippe. Sein Gegner dagegen wirkt, als hätte er die Schlafkrankheit. Nahezu apathisch und mit halb geschlossenen Augen spielt er seine Partie. Frederiks anfängliche Führung kontert er eiskalt. Von der rechten Seite der Bühne kommen Anfeuerungsrufe der deutschen Mannschaft. Teamleiter Kambiz Hashemian schwingt immer wieder die deutsche Flagge. Im Publikum sitzt auch der Attaché der deutschen Botschaft. Am rechten Bühnenrand lassen die drei Moderatoren von „Game TV“ mit ihrer Begeisterung und den sich überschlagenden Stimmen jeden südamerikanischen Fußballkommentator alt aussehen. Zwei Sicherheits-beamte schauen immer wieder leicht beunruhigt in Richtung Zuschauertribüne, wenn einzelne Spielsituationen tosenden Beifall und Begeisterungsschreie unter den eben noch ruhigen Zuschauern auslösen. Fast könnte man meinen, beim Endspiel der Fußball-WM in Yokohama gelandet zu sein. Tatsächlich hat Videospielen in Korea einen ähnlichen Stellenwert. Für Spiele wie „Star Craft“ gibt es sogar so genannte Pro-Gamer-Ligen. Sie sind ähnlich strukturiert wie die Fußballbundesliga in Deutschland. Regelmäßig finden Turniere statt, bei denen um satte Preisgelder gespielt wird. Ein Pro-Gamer sein, das steht in Südkorea für Ruhm und finanziellen Erfolg. In Fachgeschäften werden beliebte Onlinespiele zusammen mit Signature-T-Shirts bekannter Pro-Gamer verkauft. Namen wie Lim Yo-Hwan oder Jong Ho Park sagen einem Deutschen denkbar wenig, entlocken in Korea aber jedem Gamer ein ehrfürchtiges Nicken. Doch nicht nur der fast schon groteske Personenkult lockt auch immer mehr europäische Profizocker ins Land der unbegrenzten Spielmöglichkeiten. Von den Preisgeldern der verschiedenen Pro-Gamer-Ligen lässt es sich gut leben. Auch Dennis Schellhase aus Gelsenkirchen konnte der doppelten Versuchung nicht widerstehen. Er und sein Bruder gehören zur Crème de la Crème der internationalen „FIFA 2003“-Zocker. „Die Leute sprechen dich auf der Straße an und wollen Erinnerungsfotos“, erzählt der 20-Jährige. Und man sieht sofort, wie sehr er die Aufmerksamkeit um seine Person genießt. „Einige Mädchen fingen sogar an zu kreischen, als sie uns sahen.“ Unbeirrt vom Starrummel machen er und sein Bruder das „FIFA 2003“-Finale unter sich aus. Vorher haben die Zwillinge nacheinander Franzosen, Holländer, Chinesen und Italiener vernascht. Das erste Spiel geht an Daniel, doch Dennis erzielt im Rematch den höheren Punktestand. Am Ende räumt er 20000 und Daniel 10000 Dollar ab. Selbstverständlich wird die Summe brüderlich geteilt. Trotz seines Erfolges würde Dennis zurzeit ein Angebot, der koreanischen Pro-Gamer-Liga beizutreten, nicht annehmen. „Ich habe gerade ein Studium angefangen“, erzählt er. „Aber ich könnte mir durchaus vorstellen, ein Jahr in Korea zu bleiben und als Profi zu spielen.“ Von Beruf Spieler? Was in Deutschland undenkbar ist, wird in Korea immer wahrscheinlicher. Ein Blick auf die Sponsorenliste der World Cyber Games zeigt, wie ernst das Thema Videospielen in Korea genommen wird. Neben dem Hauptsponsor Samsung und anderen Firmen der Unterhaltungselektronikbranche findet sich auch das Ministerium für Kultur und Tourismus an den Banden der „Cyber Arena“. Während der Spieleindustrie in Deutschland von Behörden oft Steine in den Weg gelegt werden, wird das Spielen in Korea nicht nur als Volkssport akzeptiert, sondern vom Staat als förderungswürdige Berufschance gesehen. Lehrgänge an Spieledesign-Akademien wie der Sejong Cyber University oder der Seoul Digital University werden unterstützt. „Survival Project“, eins der acht Spiele, in dem sich die Kontrahenten auf den World Cyber Games messen können, wurde von der Regierung bei der Firma Hanbit in Auftrag gegeben. Dabei ist die Spielebegeisterung der Koreaner beim Blick durch die Straßen der Zehnmillionenmetropole Seoul nicht offensichtlich. Anders als zum Beispiel in Japan gibt es kaum Arcade-Hallen, und in den Elektronikabteilungen der riesigen Malls finden sich mehr Waschmaschinen als Konsolen. Das virtuelle Leben spielt sich hauptsächlich zu Hause und im Internet ab. Fast die Hälfte aller koreanischen Haushalte besitzt einen PC. In Deutschland ist es nicht mal ein Viertel. Immer mehr Zuspruch erfahren in den letzten Jahren aber auch die so genannten PC Rooms, auf Online-Games spezialisierte Internetcafés. 1988 gab es gerade mal 100 von ihnen, heute sind es 15000. Tendenz steigend. Mehr als 200 koreanische Firmen entwickeln Videospiele. In Börsenzeitungen sind Meldungen über neue Spieleveröffentlichungen mittlerweile Pflichtprogramm. Wertpapiere von Videospielfirmen sind in Korea zu einer todsicheren Geldanlage geworden. Ein Beispiel für den Boom: Die Aktien der Firma Hanbit stiegen innerhalb eines Dreivierteljahres um das Zwanzigfache. Aber eigentlich muss man in Korea nur den Fernseher einschalten, um zu merken, wie spieleversessen Koreaner sind. Sechs verschiedene Sender widmen sich entweder teilweise oder gar komplett der Spieleberichterstattung. Sender wie „On-Game-Net“, „Arirang TV“, „Game TV“ oder „GEM-bc“ übertragen Turniere und senden Spieletests oder Interviews mit Pro-Gamern. Der Starkult um die Dauerdaddler treibt dabei mitunter kuriose Blüten. Im Kinofilm „Resurrection Of The Little Match Girl“ wird die Geschichte eines Pro-Gamers erzählt, dessen einziges Problem darin besteht, dass er keine Frauen kennen lernt. Bis hierhin durchaus nachvollziehbar. Doch plötzlich befindet er sich in einer virtuellen Parallelwelt, aus der er nur entkommen kann, wenn er die Liebe einer Feuerzeugverkäuferin gewinnt. Derart abstruse Geschichten sind im kitschverliebten Asien keine Seltenheit, und doch unterstreichen Stilblüten wie dieser Kinofilm den Ausnahmestatus von Pro-Gamern. Frederik Keitel und Yongbum Lee liefern sich auf der mit rotem Teppich ausgelegten Bühne der „Cyber Arena“ die entscheidende Schlacht. Während die Moderatorin Jeong So-Rim am Bühnenrand ihre Stimmlage noch einmal in die Höhe schraubt, kann Yongbum seinen Vorsprung vor Frederik über die Zeit retten. Im Gesicht des Koreaners ist kaum Begeisterung abzulesen. Auch als ihm Myung Bak-Lee, der Bürgermeister von Seoul, zum Sieg gratuliert, nur ein müdes Lächeln. Der spielt übrigens trotz seines fortgeschrittenen Alters am Wochenende „Star Craft“ und lässt es sich auch nicht nehmen, den Sieger des Turniers noch zu einem kleine Showkampf zur Unterhaltung des Publikums aufzufordern. Die deutsche Mannschaft feiert währenddessen auf den Treppen des Seitenranges ihren Sieg der Teilnehmernationen. Dreimal Gold und viermal Silber reichen für den ersten Platz vor Taiwan und Korea. Bei der Siegerehrung steigen die Mitglieder des deutschen Teams auf das oberste der Treppchen und nehmen wie schon viele Sportler zuvor stolz ihre Goldmedaillen und den Pokal der World Cyber Games entgegen. Jetzt sind sie die beste Videospielnation der Welt. Zumindest bis zum nächsten Jahr. Da finden die Spiele in San Francisco statt. Zum erstenmal außerhalb Koreas. Aber jetzt dürfen Frederik, Daniel, Dennis, ihr Teamleiter Kambiz Hashemian und die anderen deutschen Gamer erst einmal ihren Sieg feiern. Und im Hintergrund läuft tatsächlich die deutsche Nationalhymne. www.worldcybergames.org, www.samsung.de, www.pro-gaming.de Text: Gregor Wildermann
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von Nils / Dezember 10th, 2003 / 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. dex sagt:

    Sorry, aber nichtmal ein Viertel aller deutschen Haushalte besitzt einen PC? Das glaubt ihr doch selbst nicht, oder?