Alles aus ‘Game’

2012 IGF Pirate Kart

Wer ein paar Gamingblogs abonniert hat, die gelegentlich über den Tellerrand hinaus blicken, wird in der letzten Zeit womöglich vom Independent Games Festival gelesen haben. In verschiedenen Kategorien werden dort jährlich die Spiele-Highlights unabhängiger Entwickler gekürt. Das nächste Festival findet im März 2012 in San Francisco statt – letzten Montag endete die Frist für Einsendungen. Wer ein Spiel ins Rennen schicken möchte, muss eine Teilnahmegebühr in der Höhe von $95 berappen. Das ist zwar keine Unsumme, aber dennoch für viele Grund genug, auf die Teilnahme am Wettbewerb zu verzichten.

Ein Mitglied der Entwickler-Community Glorious Trainwrecks kam auf die glorreiche Idee, die Aktion 2012 IGF Pirate Kart ins Leben zu rufen. Daraus resultiert jetzt eine 1,36 GB große ZIP-Datei, die mehr als 300 Spiele von über 100 Entwicklern enthält ... und als ein Beitrag am Independent Games Festival teilnehmen wird. Verrückt. Der Download ist selbtverständlich kostenlos und steht als Torrent zur Verfügung. Chapeau!
von Fabu / Oktober 20th, 2011 / 1 Kommentar

Kindersoftwarepreis TOMMI 2011

Auch dieses Jahr wurde im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wieder herausragende Kindersoftware mit dem TOMMI ausgezeichnet. Die von einer 20-köpfigen Fachjury (dem würde ich mein Kind aber nicht anvertrauen) getroffene Vorauswahl an Computer- und Konsolenspielen konnte bundesweit in teilnehmenden Bibliotheken von Kindern und Jugendlichen bis 13 Jahre unter die Lupe genommen werden.

Dieses Jahr wird der TOMMI zum zehnten Mal verliehen: Wie immer mischt sich kein Erwachsener in die knallharten Urteile der Mädchen und Jungen ein. Was sie sagen, gilt als unumstößlich. So schaffen sie Orientierung, damit Eltern, Großeltern und Pädagogen einen besseren Überblick im wild wuchernden Computerspiele-Dschungel bekommen.
An der mehrmonatigen Aktionen beteiligten sich 3.500 Kinder in 19 Städten. Ausgezeichnet wurden unter anderem „Cars 2“, „Pudding Panic“ und „Kirby und das magische Garn“. Eine Übersicht mit den Preisträgern und dazugehörigen Informationen sind auf der offiziellen Seite zu finden.
von Fabu / Oktober 14th, 2011 /

Accelerator

In der retro-futuristischen Rennsimulation „Accelerator“ rast ihr in der Egoperspektive durch ein verworrenes Tunnelsystem. Bei stetig zunehmender Geschwindigkeit gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren, rotierende Hirnwindungen zu meistern und Kollisionen zu vermeiden. Spiele dieser Art benötigen keine Hintergrundgeschichte, aber wer unbedingt möchte, kann sich der Illusion hingeben, auf der Suche nach C-3POs lockeren Schrauben das Innenleben des Todessterns zu erkunden.

„Accelerator“ basiert auf der populären Spielengine Unity 3D und benötigt den dazugehörigen Webplayer, um direkt im Browser gespielt werden zu können. Ja, da gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, man nimmt die Installation in Kauf und kommt somit in den Genuss vieler schöner Spiele, oder man lässt es sein. Ganz einfach. Apropos einfach: Es sollte ein Leichtes sein, meinen lächerlichen Rekord von 721 km/h mph Geschwindigkeitseinheiten zu schlagen. Go!
von Fabu / Oktober 10th, 2011 / 1 Kommentar

Teledraw

Was mag das da oben wohl sein? Zigaretten? Salzige Zuckerstangen? Abgeschnittene Storchenbeine? Man weiß es nicht. Das Onlinespiel „Teledraw“ erinnert ein wenig an das Prinzip der stillen Post, macht aber deutlich mehr Spaß. Ein Teilnehmer übermittelt ein Wort oder einen Satz, ein anderer bekommt diese Beschreibung zugewiesen und muss sie mithilfe von rudimentären Zeichenwerkzeugen visualisieren.

Teledraw is a game about (mis)communication!
Ein weiterer Spieler bekommt nun die Zeichnung zu Gesicht und muss sie in Worte fassen. Und so weiter. Dadurch entsteht eine Verkettung irrwitziger Assoziationen, die vom chaotischen Gekritzel bis zu kleinen Kunstwerken reichen. Herrlich. Ein Blick in die Galerie lohnt sich, aber am besten stürzt ihr euch direkt ins Getummel und malt Zigaretten oder salzige Zuckerstanden oder abgeschnittene Storchenbeine.
von Fabu / September 30th, 2011 /

Black Lodge 2600: Twin Peaks — The Game

Achtung, Achtung, ich mache mich jetzt unbeliebt: Trotz meiner Wertschätzung für Filmemacher David Lynch wurde ich mit seiner gefeierten Fernsehserie Twin Peaks (1990 - 1991) bis zum heutigen Tag nicht warm. Und ich weise von mir, nicht offen für derart Kost zu sein. Nein, daran liegt es nicht. Im Gegenzug kann ich selbst bei den Werken von Lynch, die mir zusagen, nur schwer die Gründe für meine Begeisterung in Worte fassen. Ich verzichte aber auch prinzipiell darauf, seine Filme zu interpretieren. Vielmehr lasse ich sie schweigend auf mich wirken, horche in mich hinein, werde zum Beobachter von Leinwand und meiner Selbst. Die Frage nach dem Warum ist in meinen Augen irrelevant – manche Gefühle bedürfen keiner Erklärung, sondern der Hingabe. Doch bevor in nun anfange, über den Sinn des Lebens und Reispreise in China zu fabulieren, komme ich zum eigentlichen Grund dieses Artikels.

Jak Locke schuf zu Ehren von Twin Peaks ein Freewarespiel namens Black Lodge 2600, das audiovisuell an die Titel vom Atari 2600 angelehnt sein soll, aber wohl eher der Hardwaregeneration danach zuzuordnen ist. Sowohl PC- als auch Mac-Benutzer dürfen zuschlagen, in die Haut von FBI Special Agent Dale Bartholomew Cooper schlüpfen und mir anschließend im Kommentarbereich eine Portion Garmonbozia hinterlassen.

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von Fabu / September 26th, 2011 / 1 Kommentar

Warco: The News Game

Das Genre der First-Person-Shooter (FPS) gehört zweifelsohne zu den beliebtesten und zugleich polarisierensten Vertretern digitaler Erlebniswelten. Ein kreativer Umgang mit der Egoperspektive und Brüche in der virtuellen Kopfschussindustrie finden zwar vereinzelt statt, doch klassische Kriegsszenarien erweisen sich nachwievor am ehesten als massenkompatibel. Ein interessanter Ansatz, der am Bewährten festhält und doch eigene Wege zu gehen scheint, ist im Spiel „Warco“ zu finden. Der Spieler greift nicht, wie er es sonst gewohnt ist, zur Waffe, sondern fungiert in der Rolle als filmender Berichterstatter und greift somit nicht aktiv ins Geschehen ein.

Record dramatic images of war, save them in-game, then edit the results into a compelling frontline TV news story. Beam the results to global audiences on the web. No two WARCO stories will ever be alike. It’s an edge-of-seat gaming experience – and a powerful entry-level training tool for future combat reporters.
Weniger heikel ist das Thema Killerspiele deswegen nicht, ganz im Gegenteil, aber ich finde es äußerst spannend, den Spieler aus der Befehlskette zu nehmen und ihn einer gewissen Hilflosigkeit auszusetzen, die womöglich zum Nachdenken anregt. Vor allem bietet „Warco“ aber Ansatzpunkte für interessante Diskussionen.

Der im australischen Brisbane ansässige Entwickler Defiant Development kann bis dato nur einen Prototypen vorweisen, aber anbei findet ihr ein Gameplay-Video, das erste Eindrücke vermittelt.

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von Fabu / September 22nd, 2011 / 11 Kommentare

Super Springbreak Speedboat Hero SD Beta

Ich las nur den Namen „Super Springbreak Speedboat Hero SD Beta“ und wusste sofort, ohne auch nur einen Pixel gesehen zu haben, dass mir das Spiel gefallen wird. „Super Springbreak Speedboat Hero SD Beta“. Fantastisch. Meine Intuition erwies sich als korrekt justiert, denn nach nur gefühlten 2 Sekunden auf der Seite fühlte ich mich pudelwohl und ward den Rest des Abends nicht mehr gesehen.

Super Springbreak Speedboat Hero SD Beta“ – eigentlich bedarf es da keiner Erklärung mehr, weil (fast) alle relevanten Informationen im Namen enthalten sind: Super. Springbreak. Speedboat. SD. Letzteres steht für den hier gewählten Grafikstil (Low-Poly), der an die Anfänge der 3D-Grafik erinnert, als Polygone noch Mangelware waren. Trotzdem macht das auf Unity3D basierende Browserspiel einen sehr polierten Eindruck, der durch die sommerliche Farbpalette und den fetzigen Soundtrack verstärkt wird.

Man kann sich direkt ins Rennen stürzen oder eine Bastelstunde einlegen und im Editor Strecken entwerfen. Individuell generierte Direktlinks bieten die Möglichkeit, in Netzwerken wie Facebook oder Twitter die Onlinegefolgschaft aufzufordern, persönliche Bestzeiten zu toppen. Auch ich scheute keine Mühen und entwarf eine äußerst komplexe Rennstrecke, die ich euch nicht vorenthalten möchte: Voilà. 9,461 Sekunden. Bäm!
von Fabu / September 21st, 2011 / 2 Kommentare

Mentalpong

Jeder kennt „Pong“. Der Kultfaktor dieser frühen Tennis-Simulation ändert aber leider nichts an dem Umstand, dass das verstaubte Spielprinzip kaum noch einen Gamer hinter dem Joypad hervorlockt. Bei aller Liebe lässt sich nämlich nicht die monotone Einöde leugnen, die sich rasch einstellt. Hin und wieder wagen Entwickler den Schritt, den Klassiker in aufgebohrter Form wiederzubeleben. Das dürfte zum einen am hohen Bekanntheitsgrad des Originals und zum anderen an der relativ einsteigerfreundlichen Programmierung des Grundgerüsts liegen. Vorhang auf für „Mentalpong“.

Een spelletje waar je erg gefrustreerd door raakt.
Das im Zuge der niederländischen Aktion 365 dagen kunst entstandene Browsergame sieht aus wie „Pong“, das man mitsamt Katzenfutter, Bahnhof und einer nicht unerheblichen Menge Bratkartoffeln in den Mixer gab. Heraus kommt ein spielbarer Brei, der bei übermäßigem Verzehr einleuchtend wirkt: „Ja, ich habe soeben 64,893 Sekunden meines Lebens verschwendet. Und ich würde es wieder tun.

Mentalpong“ kommt übrigens ohne Flash aus und wurde in HTML5 und Javascript realisiert. Sehr sympathisch.
von Fabu / September 19th, 2011 / 1 Kommentar

Netpack

Vor wenigen Tagen erst empfahl ich euch das Freewaregame „Forget-Me-Not“, das vom Prinzip her an „Pac-Man“ erinnert. Meine heutige Empfehlung „Netpack“ (Windows) orientiert sich ebenfalls am Arcade-Klassiker aus dem Hause Namco, gefällt mir jedoch deutlich besser als das Original. Moment – bevor ihr mir Gotteslästerung unterstellt, lasst mich diese vermeintlich frevelhafte Aussage kurz erklären oder besser: Macht euch ein eigenes Bild von „Netpack“. Es lohnt sich.

Wie ihr dem oben gezeigten Screenshot bereits entnehmen konntet, wurde das klassische Prinzip von „Pac-Man“ mit dem RPG-Genre Roguelike vereint, das gegen Mitte der 70er Jahre entstand und auch heutzutage noch eine gewisse Fangemeinde vorzuweisen hat. Im Gegensatz zum ursprünglichen „Pac-Man“ geht es hier also rundenbasiert zur Sache, d.h. schnelle Reaktionszeiten weichen taktischem Vorgehen. (Ich musste spontan an vorausschauendes Fahren denken.) Hinzu kommt, dass der Prot@gonist über Charakterwerte verfügt, die im Kampf gegen die stilisierten Inky, Pinky, Blinky und Clyde zum Tragen kommen. €¡n §p@ß ƒür þ¡€ 9@n2€ ƒ@m¡£¡€. Go, go, go!
von Fabu / September 16th, 2011 / 4 Kommentare

Phone Story

Wenn es etwas Neues von der italienischen Indieschmiede und Künstlergruppe Molleindustria zu vermelden gibt, lohnt es sich, die Lauscher aufzustellen. Zu dieser Erkenntnis kam ich vor knapp zwei Jahren, als die Herrschaften mit „Every day the same dream“ eine Flashgame-Perle veröffentlichten, die mich und viele andere Spieler nachhaltig beeindruckte. Auch ihr aktuelles Projekt „Phone Story“ soll zum Nachdenken anregen (beziehungsweise aufregen).

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von Fabu / September 15th, 2011 / 4 Kommentare